Entgegen Stiko-Empfehlung: Kinder und Jugendliche im Freizeit-Lockdown

Kinder und Jugendliche werden regelmäßig an Schulen auf das Coronavirus getestet. Doch die Infektionszahlen sowie Inzidenzen steigen weiterhin in schwindelerregende Höhen. Jetzt wird die 2G-Regel immer lauter, was einem Ausschluss der Jugend von Freizeitaktivitäten bedeutet.

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Zurzeit wird in ganz Deutschland die 2G-Regel diskutiert. Dabei wird gehofft, dass die Einschränkung im Alltag zahlreiche Ungeimpfte der Bevölkerung zum Umdenken anregt.

Keine Freizeitaktivitäten mehr für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren

Bei der 2G-Regelung gilt, dass das öffentliche Leben mit Freizeitaktivitäten wie Kino, Konzerte, Theater und Sport-Veranstaltungen nur mehr für Geimpfte und Genesene möglich ist.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzt nun die 2G-Regel in Bayern durch, ganz nach dem Vorbild von Sachsen. Diese gilt ab heute für zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens.

Doch was viele dabei nicht bedenken: Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren ist noch nicht geimpft. So hat die Europäische Kommission die Schutzimpfung für diese Altersgruppe ab dem 28. Mai 2021 zugelassen.

Erst 40 % der Jugend in Bayern geimpft

In Bayern hat um die 60 Prozent des jüngsten Teils der Bevölkerung noch keine Corona-Schutzimpfung erhalten. Dies bedeutet im Falle Bayerns einen Freizeitlockdown für Kinder und Jugendliche, die bisher ziemlich uneingeschränkt alle Freizeitaktivitäten nutzen konnten.

Die Schüler:innen werden regelmäßig in der Schule getestet - auch hier wird bereits ein Kontrollverlust über das Pandemiegeschehen befürchtet -, so reicht aber ab heute aber nicht mehr die Vorlage des Schülerausweises, um Zutritt zu Kultur- und Sportveranstaltungen zu erlangen, sondern nur mehr die komplette Schutzimpfung (oder der Nachweis, von Covid-19 genesen zu sein). Nur Kinder unter zwölf Jahren können weiterhin uneingeschränkt überall hin.

Doch dies sei entgegen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), wie die Bild hervorhebt. Eine Impfung sollte "NICHT Voraussetzung für soziale Teilhabe von Kindern sein".

Was dürfen Kinder ab 12 Jahren noch tun?

Einzig ausgenommen sind Restaurants, Cafés, Hotels sowie Bibliotheken, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Denn da gilt weiterhin auch in Bayern die 3G-Regel. Prof. Detlev Krüger, der bis 2016 Chef-Virologe der Berliner Charité war, erklärt, dass eine 2G-Regel eher weniger Sicherheit, aber mehr Unfreiheit bieten würde, wie er im Gespräch mit der Bild betont:

Die Impfung ist vor allem Eigenschutz, nicht Fremdschutz. Insofern bezweifle ich, dass die 2G-Regelung eine Verbesserung zu 3G darstellt. Im Endeffekt bedeutet 2G nur mehr Unfreiheit, ohne mehr Sicherheit zu bieten. Deshalb hat auch das Testen weiterhin Bedeutung.
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