Entwicklungsstörungen durch die Pandemie: Wie Covid-19 indirekt Babys beeinflusst

Die guten Nachrichten vorneweg: Eine neue Studie aus den USA belegt, dass die Impfung von Schwangeren nicht zu Frühgeburten führt. Die Pandemie hat allerdings trotzdem indirekt Folgen für die Gesundheit von Kindern; eine Studie belegt, dass diese an Neugeborenen nicht spurlos vorübergeht.

Seit seiner Entdeckung ranken sich um Covid-19 und all seine Varianten vielerlei Fragen, deren Antworten wir teilweise immer noch nicht kennen. Eins scheint nun aber klar zu sein: Infiziert sich eine Schwangere mit dem Virus, hat dies zwar keine neurologischen Auswirkungen auf das Kind; die Motorik kann aber sehr wohl leiden.

Kleine Defizite in zwei Bereichen

Die bisherigen Pandemien, wie die Spanische Grippe oder die Rötelnpandemie, hatten oft drastische Folgen für all jene, die in dem betroffenen Zeitraum noch Kinder waren. In einigen Fällen fiel das Bildungsniveau verglichen mit anderen Generationen niedriger aus, bei den Röteln konnte beobachtet werden, dass viele der Nachkommen entweder an Schizophrenie oder Autismus litten.

Bis jetzt hat es den Anschein, dass Babys, die während der Coronapandemie geboren wurden, vor solch gravierenden Folgen verschont bleiben, allerdings hinterlässt die momentane Weltlage laut einer Studie, die auf JAMA Pediatricsveröffentlicht wurde, auch bei ihnen Spuren.

In den USA wurden die Eltern von 255 Babys, die im Zeitraum von März bis Dezember 2020 geboren wurden, darum gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, in dem es u. a. um Problemlösungsfähigkeiten der Kinder, deren soziale Fähigkeiten sowie die Fein- und Grobmotorik ging.

Es stellt sich heraus, dass die Kinder im Alter von sechs Monaten in zwei Bereichen schlechter abschnitten als Kinder, die noch vor der Pandemie geboren wurden: die sozialen Fähigkeiten leiden genauso wie der Bereich der Motorik.

Der Stress wirkt sich negativ auf das Ungeborene aus

Schuld daran ist weniger das Virus selbst, sondern die Folgen, die dieses mit sich bringt. Die Kinderärztin Dani Dumitriu erklärt sich die Ergebnisse vor allem mit dem Stressfaktor, dem werdende Mütter in der schwierigen Zeit ausgesetzt sind:

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der enorme Stress, dem die schwangeren Mütter in dieser beispiellosen Zeit ausgesetzt waren, eine Rolle gespielt haben könnte. Je früher der Stress in der Schwangerschaft auftritt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich auf die gesamte Entwicklung auswirkt.

Mit zunehmendem Alter könnten die betroffenen Kinder den Rückstand aber wahrscheinlich wieder aufholen:

Diese Kinder werden diese Entwicklungsverzögerungen, die im Alter von sechs Monaten festgestellt wurden, mit zunehmendem Alter wahrscheinlich ausgleichen. Ich betone immer, wie wichtig es ist, dass das Baby keine Maske trägt, wenn es im Haus ist, damit es das ganze Gesicht von Mama und Papa und anderen nahen Familienmitgliedern sehen kann. Je mehr Zeit Babys von Angesicht zu Angesicht verbringen, desto mehr soziale Funktionen, Sprache und emotionale Regulierung lernen sie

Abschließend konnte noch ein weiterer, sehr wichtiger Punkt, belegt werden: Die Ansteckung der werdenden Mutter mit Covid-19 hingegen hat nach heutigem Kenntnisstand keinerlei Einfluss auf die weitere Entwicklung des Fötus oder Embryos. Einmal auf der Welt, ist trotzdem Vorsicht geboten: Auch Kinder können sich mit dem Virus anstecken, die Symptome sind je nach Altersgruppe nur andere.

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