Wegen Omikron-Welle: Schwangere darf nicht in Heimatland reisen, ausgerechnet Taliban bieten ihr Schutz

Charlotte Bellis ist eine Journalistin aus Christchurch, die häufig in Afghanistan unterwegs ist und dort von der Machtübernahme der Taliban berichtet. Im September wird ihr bewusst, dass sie schwanger ist. Sie setzt alles daran, dem Land, in dem nicht verheiratete Frauen dafür bestraft werden, zu entkommen - doch Neuseeland lehnt ihr Gesuch ab.

Im Februar soll sie endlich in ihre Heimat zurückkehren können, sogar der Flug ist laut RND.de schon gebucht, doch dann die Hiobsbotschaft: Neuseeland entscheidet sich dafür, wegen der Omikron-Welle seine Grenzen wieder zu schließen.

Visum für Afghanistan

Zu dem Zeitpunkt, als sie das erfährt, befindet sich Bellis mit ihrem Lebensgefährten Jim Huylerbroek, der Fotograf bei der New York Times ist, in dessen Heimatland Belgien. Doch leider darf sich die Schwangere dort aufgrund von Visa-Beschränkungen nur drei Monate lang aufhalten.

Das einzige Land, in das das Paar problemlos einreisen kann, weil beide dort ein Visum haben, ist ausgerechnet Afghanistan. In ihrer Verzweiflung richtet sich die Journalistin an die Taliban, über deren gewaltvollen Umgang mit Frauen sie zuvor berichtet hat.

Kontakt mit Taliban

Laut RND.de schreibt sie ihren Kontakten bei den Taliban, die nicht gerade für ihren offenen Umgang mit Frauen und Mitgliedern der LGBTQIA+-Community bekannt sind:

Ihr wisst, dass ich Jim von der ‚New York Times‘ date, aber wir nicht verheiratet sind? Nun, ich bin schwanger und ich kann nicht nach Neuseeland zurück. Wenn ich nach Kabul komme, werden wir ein Problem haben?

Die überraschende Antwort:

Ihr könnt kommen und werdet kein Problem haben. Sagt den Leuten, dass ihr verheiratet seid und wenn die Situation eskaliert, ruft uns an.

Bellis kann diese Wendung in ihrem Schicksal kaum glauben und macht ihren Fall öffentlich. Auf Instagram berichtet sie immer wieder von ihrer Situation und schreibt über diese Wendung:

Wenn dir – einer schwangeren, unverheirateten Frau – die Taliban einen sicheren Zufluchts­ort bieten, dann weißt du, dass deine Situation ziemlich verfahren ist.

Warum ihr Hilfegesuch bei den Taliban und deren Reaktion höchst problematisch sind, erklären wir euch im Video.

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