Chirurgische Meisterleistung: Ärzte trennen erneut siamesische Zwillinge

Chirurgische Meisterleistung: Ärzte trennen erneut siamesische Zwillinge

Zwei siamesische Schwestern werden mithilfe eines außergewöhnlichen chirurgischen Verfahrens voneinander getrennt. Seit ihrer Geburt waren die beiden zweijährigen Mädchen am Kopf miteinander verbunden.

Zehn Ärzte befassen sich mit ihrem Fall, um herauszufinden, ob sie getrennt werden können oder nicht. Anschließend führen sie im Great Ormond Hospital im Vereinigten Königreich die Trennung der siamesischen Schwestern Marwa und Safa durch.

Eine chirurgische Meisterleistung

Safa und Marwa werden 2017 im Norden Pakistans geboren, doch kein einziges Mal können sie einander anschauen. Die beiden Schwestern sind siamesische Zwillinge, eine Anomalie, die bei einer von 100.000 Geburten auf der ganzen Welt vorkommt. Noch seltener ist jedoch, dass sie am Schädel miteinander verbunden sind.

Um sie zu trennen, werden die Schwestern nach London gebracht, wo sich zwei Spezialisten siamesischer Geburten um sie kümmern: der Neurochirurg Noor ul Owase Jeelani sowie der plastische Chirurg David Dunaway. Beide arbeiten mit dem Great Ormond Hospital zusammen, das ein Verfahren in vier Schritten und in vier Monaten anbietet.

Anfangs muss festgestellt werden, ob die Schädel der beiden Mädchen getrennt werden können, ohne dabei ihre Gehirne zu beschädigen. Dafür sind zunächst zwei Operationen nötig, bei denen die Arterien und Venen, die sich die zwei Kinder teilen, getrennt werden. Sie überleben, und das medizinische Team ist zuversichtlich, im Januar 2019 zum dritten Schritt übergehen zu können.

Die endgültige Trennung

Die Mediziner entscheiden sich, zur Trennung der beiden Schwestern Gewebe von beiden zu nehmen, um die Schädel zu schließen. Die endgültige Operation findet im Februar 2019 statt und wird vollständig von einem Unternehmer aus Pakistan finanziert. Dieser übernimmt auch die Wiederherstellung der Schädel der Mädchen.

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Vor einigen Wochen können Safa und Marwa das Krankenhaus nach mehreren Monaten Reha und Behandlung verlassen. Sie werden voraussichtlich Anfang nächsten Jahres nach Pakistan zurückkehren.

Ein riskantes Unterfangen

„Dank Gott, kann ich jetzt endlich meine beiden Mädchen, eines nach dem anderen, in den Arm nehmen", sagt Zainab Bibi, die Mutter von Safa und Marwa. Die 34-jährige Witwe ist überzeugt, dass ihre beiden Töchter ein Wunder sind: Nur 2-6 % der siamesischen Zwillinge sind am Kopf miteinander verbunden und ihre Überlebenschancen sind sehr gering: 40 % sterben vor der Geburt und 33 % sterben kurze Zeit danach aufgrund der abnormalen Organe.

Es bleiben etwa 25 % Überlebende, bei denen eine Trennung in Erwägung gezogen werden kann, wie bei Safa und Marwa. Mehr über die ungewöhnliche Geschichte erfahrt ihr in unserem Video! 

Lea Pfennig
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