25-Jährige stirbt beinahe, weil sie diese Verhütung benützt!

25-Jährige stirbt beinahe, weil sie diese Verhütung benützt!

Die Langzeitschäden für den Körper sind bisher noch nicht ausreichend erforscht. Nebenwirkungen sind den Herstellern aber sehr wohl bekannt und trotzdem verschweigen sie diese auf dem Beipackzettel.

Es ist ein Skandal, über den der ARD-Film "Was wir wussten" berichtet. Darin geht es um das Risiko von Mikropillen und um die Geschichte von Felicitas Rohrer, einer von den Nebenwirkungen der Pille Betroffenen.

Pille führt zu Herzstillstand

2009 nimmt die damals 25-Jährige die "Yasminelle", eine Pille aus dem Hause Bayer. Nur kurze Zeit später erleidet die junge Frau eine Lungenembolie mit Herzstillstand. Sie muss notoperiert werden. Die Ärzte müssen ihr Brustbein auftrennen und eine Reanimation am offenen Herzen durchführen. Sie ist nicht die einzige, die nach der Einnahme der Pille zusammenbricht.

Danach ist Rohrer nicht mehr die gleiche wie vorher. Sie leidet unter psychischen Folgeschäden, ist weniger leistungsfähig, gilt als Thrombosepatientin und es gäbe erhöhte Risiken im Falle einer Schwangerschaft.

Körperliche und seelische Schäden

Die junge Frau ist auch Jahre nach dem Vorfall körperlich so geschwächt, dass sie ihren Beruf als Tierärztin nicht mehr ausführen kann. Die Einnahme dieser Pille hat sich negativ auf ihr Leben ausgewirkt.

Dabei soll die Pille doch eigentlich ein tolles Verhütungsmittel sein. Sie soll zudem dank der Hormone gegen Gefühlsschwankungen und Hautprobleme helfen. Über die negativen Nebenwirkungen sprechen die Pharmakonzerne nicht gern.

Arman Zhenikeyev / Getty ImagesIhre körperlichen und seelischen Probleme begleiten Felicitas Rohrer bis heute.

Erhöhtes Thromboserisiko

Die Pillen des Bayer-Konzerns schützen zwar vor einer Schwangerschaft, allerdings erhöhen sie auch das Thromboserisiko. Wie der Film zeigt, erlitten tausende Frauen durch dieses Verhütungsmittel Blutgerinnsel Atemnot, Lungenembolien, Herzaussetzer und Schlaganfälle.

Auf ihrer Internetseite risiko-pille.de klärt Felcitas Rohrer andere Frauen über die Nebenwirkungen auf und bietet eine Plattform zur Diskussion. Viele seien sich der Nebenwirkungen nicht bewusst. Mittlerweile entscheiden sich immer mehr Frauen gegen die Pille oder dafür, sie abzusetzen.

Bayer soll seit 2008 von dem Risiko wissen

Bayer soll übrigens schon seit 2008 gewusst haben, dass die Pillen des Konzerns Thrombose verursachen können. Dies wurde aber lange Zeit nicht im Beipackzettel erwähnt. Erst 2014 nehmen sie diese Nebenwirkung in den Katalog mit auf. Insgesamt bergen viele der neueren Pillen ein größeres Thromboserisiko als die älteren Präparate.

Felicitas Rohrer findet, dass die Nebenwirkung schon früher im Beipackzettel hätte angegeben werden müssen. Sie verklagt das Unternehmen im Jahr 2011 als erste Deutsche auf Schadensersatz.

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Rohrer verklagt Bayer

Besonders in den USA hat der Konzern schon viele Klagen erhalten. Bei außergerichtlichen Einigungen musste Bayer bisher 2,1 Milliarden Dollar Schadensersatz an über 10.000 Frauen leisten.

Ich sehe es nicht ein, dass Bayer Milliarden mit diesen Pillen verdient und sich weigert, in Europa Verantwortung für die Opfer zu übernehmen. (Felicitas Rohrer)

Rohrers Verhandlung dauert sieben Jahre. Doch ihre Klage wurde abgewiesen wurde mit der Begründung, dass die Thrombose auch von einer Flugreise stammen könnte. Die heute 35-Jährige will nicht aufgeben und in Berufung gehen.

Maximilian Vogel
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