Die Briefwahl hat nicht nur Vorteile: Wer nebenbei wählt, ist leichter beeinflussbar

In wenigen Tagen steht die Bundestagswahl an und viele - besonders junge - Menschen geben ihre Stimme per Briefwahl ab. Das hat viele Vorteile, kann sich aber auch negativ auf die Wahlergebnisse auswirken.

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Vor allem die jüngeren Generationen machen in Deutschland immer häufiger Gebrauch von der Briefwahl, da sie praktisch und ist und die Zeit für den Gang zur Wahlurne erspart.

Die Vorteile der Briefwahl, vor allem für Menschen, die im Ausland leben oder keine Zeit haben, den Weg ins Wahllokal auf sich zu nehmen, sind unbestreitbar. Doch auch ihre Schwächen sollte man nicht außer Acht lassen.

Das Wahlverhalten verändert sich

Die Bundestagswahl fällt in eine Zeit, in der soziale Medien stärker im Vordergrund stehen, als je zuvor, und deshalb jeder noch so kleine Fauxpas von Politiker:innen schnell die Mengen erreicht.

Deswegen und aufgrund unterschiedlicher Gerüchte, die im Internet verbreitet werden, vertrauen viele Menschen nicht mehr vollkommen in den Sinn der Bundestagswahl.

Das Wahlverhalten Deutschlands ändert sich aber auch deswegen, weil immer mehr Menschen, vor allem die jüngere Bevölkerung, die Briefwahl in Anspruch nehmen.

Wie BR24 berichtet, erklärt Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, dass die Briefwähler und -wählerinnen die Flexibilität schätzen.

Das hat allerdings auch negative Effekte, wie zum Beispiel, dass die Parteien diese Menschen nicht mehr erreichen können, weil diese schon ihre Stimme abgegeben haben, bevor sie so richtig starten können.

"Bei Unentschlossenen ist das problematisch"

Vor allem für Wähler:innen, die sich noch nicht ganz im Klaren darüber sind, wo sie eigentlich ihr Kreuzchen setzen sollen, ist die Briefwahl nicht die empfehlenswerteste Lösung. Münch erklärt:

Man sollte sich das als Briefwählerin und Briefwähler schon deutlich machen, dass man sich dafür Zeit nimmt, die Unterlagen nochmal in Ruhe anschaut und sich überlegt und sagt: so, jetzt wähle ich und das ist jetzt ein bewusster Akt.

Bei solchen Menschen ist es dann doch etwas anderes, ob sich in einem Wahllokal befinden, oder "das ganz geschwind am Küchentisch" erledigen. Denn, wer einfach so "nebenbei" wählt, kann auch leicht durch Mitmenschen oder die Medien beeinflusst werden.

Wenn du die Briefwahlunterlagen noch nicht beantragt hast, ist hier ein Trick, mit dem das ganz schnell geht. Und wenn du dir noch nicht sicher bist, welcher Partei du denn nun deine Stimme geben sollst, helfen dir diese Internetseiten bei der Entscheidung.