Von der Leyen wettert gegen Erdogan: "Als Frau verletzt"
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Von der Leyen wettert gegen Erdogan: "Als Frau verletzt"

Von Alma Feliz

Ursula von der Leyen ist zu Besuch beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan - und muss trotz ihres Amts als Präsidentin der europäischen Kommission abseits auf einem Sofa sitzen. Jetzt meldet sich die Politikerin mit harscher Kritik am Präsidenten der Türkei zu Wort.

Anfang April kommt es zu einem diplomatischen Eklat im türkischen Ankara: Beim Besuch beim türkischen Präsidenten Erdogan darf nur EU-Ratspräsident Charles Michel auf einem Sessel neben diesem Platz nehmen.

Ursula von der Leyen hingegen bekommt etwas abseits einen Platz auf einem Sofa angeboten. Der Vorfall geht schließlich als "Sofagate" in die Geschichte ein.

"Ich fühle mich verletzt und alleingelassen"

Nun äußert sich von der Leyen erstmals im Europaparlament dazu und kritisiert, dass sie nur, weil sie eine Frau sei, nicht ihrem Amt als EU-Kommissionsleiterin gemäß behandelt worden wäre:

Ich fühle mich verletzt und allein gelassen, als Frau und als Europäerin. Dies zeigt, wie weit der Weg noch ist, bis Frauen als Gleiche behandelt werden.

Sie betont, wie privilegiert sie ist, weil sie sich wehren kann. Millionen Frauen, die täglich verletzt würden, haben solche Möglichkeiten jedoch nicht. Und genau das sei der Punkt.

Tausende viel schlimmere Zwischenfälle würden nie an die Öffentlichkeit gelangen. Von der Leyen zufolge ist die Istanbul-Konvention ein wichtiges Instrument zum Schutz von Frauen.

Türkei verteidigt sich gegen die Vorwürfe

EU-Ratschef Michel erklärt laut der Bild zum "Sofagate", dass er öffentlich sein Bedauern ausgedrückt und mit von der Leyen vereinbart habe, dass sich so etwas niemals wiederholen dürfe.

Er höre auch die Kritik, dass er in der Situation bei Erdogan anders hätte reagieren müssen, doch habe er nicht monatelange Arbeit zur Vorbereitung des Besuchs zunichtemachen wollen.

Weiter bekundet er seine unerschütterliche Unterstützung für die Gleichberechtigung der Frau. Die Türkei hingegen verteidigt sich gegen die Vorwürfe aus Brüssel. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagt:

Es wurde entsprechend der Anregungen der EU-Seite so eine Sitzordnung aufgestellt. Punkt.

Er selbst habe bei dem Treffen am 6. April im Präsidentenpalast ebenfalls auf einem Sofa Platz nehmen müssen. Das Treffen sei gemäß internationalen Standards und "türkischer Gastfreundschaft" abgelaufen.

Ein ähnliches Problem, wie das, das Von der Leyen erleben muss, ist die Tatsache, dass die Forschung von Frauen in der Wissenschaft allgemein weniger gefördert wird, als die von Männern.

Außerdem gibt es da noch so eine Sache, die Männer gerne tun, um Frauen zu zeigen, dass sie das überlegene Geschlecht sind: Mansplaining.


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