Haushalt teilen, Emotionen rauslassen: Das Auswärtige Amt stellt eine Liste mit Verhaltensregeln für den Mann vor

Was für eine verrückte Aktion! Das Gleichstellungsbüro des Auswärtigen Amts präsentiert uns unter dem Motto "#zeichensetzen" eine Liste mit Verhaltensregeln für Männer. Und die betreffen so ziemlich jeden Lebensbereich..

Haushalt teilen, Emotionen rauslassen: Das Auswärtige Amt stellt eine Liste mit Verhaltensregeln für den Mann vor
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Im Rahmen einer Kampagne für die Gleichstellung zwischen Mann und Frau veröffentlicht das Auswärtige Amt eine Liste zu Verhaltensregeln für ihre männlichen Mitarbeiter.

Informieren, sensibilisieren und mobilisieren

Die Aktion wird damit begründet, dass Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht nur ein Ziel deutscher Außenpolitik sein sollten, sondern ebenfalls in der eigenen Organisation gestärkt werden sollten. Auf der Webseite heißt es:

Obwohl Frauen auf dem Papier gleichberechtigt sind, offenbaren sich vor allem in Führungsetagen und auf Bankkontos nach wie vor Lücken, die es zu schließen gilt.

Während der Kampagnenlaufzeit von März 2021 bis März 2022 sollen vom Gleichstellungsbüro des Auswärtigen Amtes daher immer wieder neue Ideen vorgestellt werden. Die drei Grundsätze der Organisation lauten dabei stets "Informieren, sensibilisieren und mobilisieren". Um Gleichstellung beispielsweise auch am Arbeitsplatz umzusetzen, stellt das Gleichstellungsbüro einen Leitfaden mit acht Punkten vor.

Rollenbilder aufbrechen, gegen Sexismus positionieren

In dieser Liste wird beispielsweise dazu geraten, Emotionen zuzulassen oder bestehende Rollenbilder zu hinterfragen. Zudem soll eine geschlechtergerechte Sprache verwendet werden und man sollte sich klar gegen Sexismus positionieren. Auch Väter sollten sich fortschrittlich verhalten und Teile der "Care-Arbeit", wie etwa unbezahlte Sonderaufgaben im Haushalt und auf der Arbeit, übernehmen.

In den sozialen Medien werden diese Verhaltensregeln nicht sehr positiv aufgenommen. So wird kommentiert: "Das ist die Priorität des SPD-geführten Auswärtigen Amtes. Mehr muss man dazu nicht wissen", oder: "mit Verlaub Heiko Maas, Sie haben wirklich nicht mehr alle Federn am Bundesadler". Insbesondere vor dem Hintergrund der Afghanistan-Krise findet so manch einer das Timing der Kampagne unglücklich.