Der Ramadan: Datum, Ursprung, Bräuche und Bedeutung des islamischen Fastenmonats

Der Ramadan: Datum, Ursprung, Bräuche und Bedeutung des islamischen Fastenmonats

Jedes Jahr feiern die Muslime in aller Welt den heiligen Fastenmonat Ramadan, eine der im Koran verankerten religiösen Pflichten eines jeden Muslims und eine der fünf Säulen des Islams. OhMyMag verrät euch alles Wissenswerte über diese religiöse Pflicht, ihre Ursprünge, ihre Bedeutung und ihr Brauchtum.  

Wann beginnt und wann endet der heilige Fastenmonat Ramadan

Der Ramadan dauert 29 Tage und beginnt im Laufe des 9. Monats des muslimischen Kalenders (Mondkalender). Unserem Kalender nach findet der Ramadan jedes Jahr elf Tage früher als im Vorjahr statt, da der Mondkalender kürzer ist als der Sonnenkalender. So findet der Ramadan von Jahr zu Jahr zu einer anderen Zeit statt und wandert durch die Monate und die Jahreszeiten. 2017 begann der Ramadan am 27. Mai und endete am 24 Juni und 2018 wird er am 16. Mai beginnen und am 14. Juni enden.

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Ursprung des Ramadans

Das Ramadanfasten ist eine wichtige spirituelle Zeit für gläubige Muslime. Es gehört zu den fünf Säulen des Islams und ist damit eine der Hauptpflichten von Muslimas und Muslimen. Der Prophet Mohammed soll im Monat Ramadan durch den Engel Gabriel seine erste Offenbarung des Koran von Gott (Allah) empfangen haben.

Ramadan ist der Name des 9. Monats des islamischen Kalenders, eines reinen Mondkalenders, und heißt übersetzt Hitzemonat. Schon vor dem Islam wurde in der arabischen Welt die sommerliche Hitze gefeiert. Es ist daher anzunehmen, dass die Ursprünge des Ramadans schon in einer früheren sommerlichen Kultur zu suchen sind.

Der Ramadan, der heute sowohl den heiligen Fastenmonat als auch das in dieser Zeit vorgeschriebene feierliche Fasten, die Reinigung, die Nächstenliebe und die Besinnung bezeichnet, erinnert an die vorösterliche Fastenzeit der Christen und den Jom Kippur der Juden.   

Brauchtum des Ramadans

Im heiligen Fastenmonat Ramadan fasten und beten die Muslime nicht nur, sondern sie gehen auch in sich und stellen sich selbst in Frage, fassen gute Vorsätze und achten darauf, nichts Verwerfliches zu tun. Es ist die Zeit der Versöhnung mit Familie und Freunden und der Sündenreinigung.

Jeden Morgen vor Sonnenaufgang stehen die gläubigen Muslime auf, frühstücken ausgiebig, waschen sich (die rituelle Reinigung) und beten. Dann wird gefastet bis zum Sonnenuntergang. Währende der Fastenzeit gilt Enthaltsamkeit – von Essen und Trinken und Geschlechtsverkehr. Selbst das Trinken von Wasser ist untersagt.

Spirituell betrachtet soll auch nicht schlecht gedacht oder geredet werden. Nach Sonnenuntergang darf das Fasten gebrochen werden. Dann wird im Kreise der Familie oder mit Freunden üppig gegessen. Ein typisches Ramadanessen ist die Chorba, eine dicke Gemüsesuppe mit Fleisch. Viele beginnen das Fastenbrechen auch mit einer Dattel und einem Glas Milch, in Erinnerung an den Propheten Mohammed.

Nach ungefähr zwanzigtägigem Fasten feiern die Muslime die Lailat-al Qadr, die Nacht der Besinnung. In dieser Nacht soll der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed die ersten Lehren Allahs offenbart haben.

Anschließend kommt das an die drei Tage dauernde Eid al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans, mit Festgebeten in der Moschee oder auf Gebetsplätzen, festlichem Essen im Kreise der Familie und Geschenken.

• Sophie Kausch