Italien: Glasklares Meer und strahlend weißer Strand - doch die Ursache ist grauenvoll

Italien: Glasklares Meer und strahlend weißer Strand - doch die Ursache ist grauenvoll

Le Spiagge Bianche di Vada – die weißen Sandstrände von Vada in der Toskana, unweit der mittelalterlichen Stadt Rosignano Marittimo in Italien, sind bekannt für ihren traumhaft weißen Sand und ihr kristallklares Meerwasser. Doch der Schein trügt.

Es wimmelt hier nur so von Touristen. Viele machen Fotos und stellen sie dann auf Instagram. Warum auch nicht? Sie haben Erfolg mit ihren traumhaften Klischees. So etwas kommt in den sozialen Netzwerken gut an. Le Spiagge Bianche di Vada – die weißen Sandstrände von Vada vermitteln einen idyllischen Eindruck von der toskanischen Küste.

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Doch hinter dem märchenhaft weißen Sand und dem kristallklaren Meerwasser steckt ein ökologischer Albtraum. Die Französin Marie Causse berichtet auf Twitter von dem schmutzigen Geheimnis. Dass der Sand so weiß und das Wasser so klar ist, verdankt der Strand einzig und allein den chemischen Abfällen der dort heimischen Industrie. Die unweit des Strands befindliche Sodafabrik des Unternehmens Solvay entledigt sich ihrer Abwässer mit einer enorm hohen Quecksilberbelastung hier über Kanäle direkt ins Meer.

Kaum strenge Vorschriften

In den ins Meer geleiteten Abwässern sind nach Angaben der italienischen Tageszeitung Il Tirreno jährlich mehrere Kilo Arsen, Chrom, Kupfer, Quecksilber, Zink und Kadmium enthalten. Diese Schwermetalle gelangen nicht nur ins Meer, sondern sind auch im Sand enthalten. Wie kommt es dann nur, dass das Schwimmen und der Aufenthalt hier am Strand nicht verboten sind? Ausländische wie inländische Touristen tummeln sich hier massenhaft, erfreuen sich des feinen, weißen Sandes und der tollen Bräune durch seine gute Sonnenstrahlenreflektierung, baden und genießen das kühle, kristallklare Nass.

Dazu muss noch gesagt werden, dass die Vorschriften in Bezug auf die Umweltbelastung in Italien nicht sehr streng sind. Es wird hier hauptsächlich darauf geachtet, dass keine Fäkalbakterien wie Escherichia Coli im Wasser enthalten sind. Und solche finden wir hier tatsächlich nicht, da sie von den Abwässern enthaltenen Schwermetallen abgetötet werden. Daher ein guter Rat: Solltest du in der Toskana vorbeikommen, meide Rosignano Marittimo und seine weißen Sandstrände.

• Zoe Klaus
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