NASA: Der erste rein weibliche Weltraumspaziergang ist abgesagt. Der Grund ist lächerlich!

NASA: Der erste rein weibliche Weltraumspaziergang ist abgesagt. Der Grund ist lächerlich!

Wir alle wissen, wie frustrierend es ist, wenn man für einen wichtigen Anlass nicht das Richtige zum Anziehen hat. Doch die Enttäuschung, die die Astronautinnen Anne C. McClain und Christina H. Koch wegen ihres Outfits jetzt erleben mussten, scheint doch etwas schwerwiegender.

Die Beschreibung „astronomischer Fail" trifft es ganz gut: Keine leichte Entscheidung für die NASA, doch letztendlich mussten sie ein kurzbevorstehendes historisches Ereignis absagen: und zwar den ersten 100 % weiblichen Weltraumspaziergang. Geplant war, dass Anne C. McClain und Christina H. Koch am 29. März 2019 zusammen ins All aufbrechen. Doch nun kann aufgrund eines Größenproblems nur eine von beiden losziehen. Aber nochmal von vorne.

Eine Premiere in der Weltraumforschung

Am Vorabend des Weltfrauentags verkündet die Sprecherin der NASA, Stephanie Schierholz, auf CNN: „Am 29. März wird der erste rein weibliche Weltraumspaziergang stattfinden". Diese Ankündigung sorgt für einiges Aufsehen und befördert die amerikanischen Astronautinnen Anne McClain und Christina Koch auf die Titelseiten der internationalen Presse.

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Es muss dazu gesagt werden, dass man bereits seit langem auf ein solches Ereignis gewartet hat. In den 60 Jahren der Raumfahrt waren gerade einmal bei vier Expeditionen dieser Art zwei Frauen dabei, alle Weltraumspaziergänge wurden also immer von rein männlichen oder gemischten Teams, aber nie von einem 100 % weiblichen Team durchgeführt. Darüber hinaus waren von den 500 Personen, die ins All gereist sind, weniger als 11 %Frauen.

Das heißt, es hätte ein historisches Ereignis gegeben! Denn die Astronautinnen wären bei ihrem Weltraumspaziergang auch von der Erde aus von einem rein weiblichen Team unterstützt worden.

Nur eine Größe „M"

Warum also wird dieser Weltraumspaziergang jetzt doch von einem gemischten Team durchgeführt? Der Grund ist simpel und gleichzeitig etwas abwegig: Es handelt sich um ein Problem mit der Größe des Weltraumanzugs.

Anne McClain, die am 14. März auf die ISS kam, begab sich wenige Tage später mit ihrem Kollegen Nick Hague auf ihren ersten Weltraumausflug. Dabei stellte sie fest, dass ihr der Weltraumanzug in Größe „M", also in einer Nummer größer als am Boden, besser passt. Doch wo ist das Problem? Es gibt an Bord der ISS nicht genug Anzüge in dieser Größe, da nun beide Frauen einen in „M" benötigen. Im Kleiderschrank der Raumstation gibt es nur eine Montur in „Medium", zwei in „Large" und „XL", sowie eine Ersatzmontur in „XL".

1 von 2 Frauen anstatt 2 von 2

Es ist unerklärlich, wie es sein kann, dass die klugen Köpfe der amerikanischen Luftfahrtbehörde eine solche Eventualität nicht bedacht haben.

„Wir geben unser Bestes, die Anzugsgröße der Astronauten anhand derer, die sie beim Training auf der Erde getragen haben, einzuschätzen. Allerdings kann sich ihr Körper aufgrund der Mikrogravitation im Weltall verändern. Außerdem kann keine Trainingsumgebung einen Ausflug in den Weltraum mit absoluter Genauigkeit simulieren, und so kann es passieren, dass manche Astronauten plötzlich eine andere Größe des Weltraumanzugs benötigen," rechtfertigt sich NASA-Sprecher Brandi Dean gegenüber Quartz.

Hätte man denn nicht einige Änderungen an einem Anzug vornehmen können, um sie an die Körpermaße der weiblichen Astronauten anzupassen? „Dafür ist nicht genug Zeit," erwidert die NASA. Heißt das, dass Christina Koch nun am kommenden Freitag alleine ins All aufbricht, um die Lithium-Ionen-Batterien an den Sonnenkollektoren der ISS auszutauschen? Nicht wirklich, begleitet wird sie von ihrem männlichen Team-Kollegen Nick Hague.

Anne McClain hingegen muss sich gedulden, bis sie am 8. April mit dem kanadischen Astronauten David Saint-Jacques wieder ins Weltall aufbrechen kann. Während sie wartet, könnte die NASA ihr ja ein paar Näharbeiten auftragen, um den Fehler der falsch eingeschätzten Kleidergröße der Astronautin wieder auszubügeln...

• Lea Pfennig
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