Chanukka, das jüdische Lichterfest: Ursprung und Bedeutung

Chanukka, das jüdische Lichterfest: Ursprung und Bedeutung

Chanukka ist das Fest der gläubigen Juden zum Gedenken an die Wiedereinweihung des Tempels von Jerusalem. OhMyMag verrät euch so allerlei Wissenswertes über das jüdische Lichterfest, seine Bedeutung, seinen Ursprung und sein Brauchtum.

Wann wird Chanukka gefeiert?

Chanukka wird nach dem hebräischen Kalender im Monat Kislew gefeiert, dauert acht Tage lang und endet am 2. oder 3. Tevet. Nach dem gregorianischen Kalender fällt das Chanukka-Fest auf folgende Daten:

Chanukka 2018: 2. bis 10. Dezember

Chanukka 2019: 22. bis 30. Dezember

Chanukka 2020: 10. bis 18. Dezember

 

Die Ursprünge des Chanukka-Festes

Chanukka ist das Fest der Weihung und erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem nach dem erfolgreichen Makkabäer-Aufstand der Juden Judäas im 2. Jahrhundert vor Christi Geburt. Eigentlich hätten die Völker ganz gut miteinander auskommen können. Doch der griechische König Antiochos IV. beschloss, das Judentum zu verbieten und den Tempel den antiken griechischen Göttern zu weihen. Die Ausübung des jüdischen Glaubens wurde mit Gefängnis oder Tod bestraft.  

Auf diese erzwungene Hellenisierung reagierten die Juden mit einer als Makkabäer-Aufstand in die Geschichte eingegangenen Revolte. Um ihrer Verfolgung ein Ende zu setzen, übernahmen Judas Makkabäus und seine Familie im Namen des Glaubens die Führung des Aufstands. Nach drei Jahren triumphierten sie 140 v. Chr. am 25. Kislew. Zu diesem Anlass wurde ein Licht mit geweihtem Öl angezündet und brannte wunderbarerweise acht Tage lang.

Judas Makkabäus führte daraufhin das Chanukka-Fest als alljährliche Gedenkfeier zu Ehren dieses Sieges des Judentums ein. Obwohl die Kämpfe damit noch nicht beendet waren und noch mehr als zwanzig Jahre fortdauerten, ging diese Episode als Wahrzeichen des jüdischen Glaubens und des geistlichen Widerstandes in die Geschichte ein.

Das Chanukka-Brauchtum

Das Chanukka-Fest wird von den gläubigen Juden weltweit acht Tage lang gefeiert, wobei ein spezieller achtarmiger Leuchter, die Chanukkia, mit einem neunten Arm, dem Diener, angezündet wird. Die Kerzen der Chanukkia werden von links nach rechts angezündet, jeden Abend eine Kerze mehr, und die Tradition will, dass der Chanukkia-Leuchter gut sichtbar ins Fenster gestellt wird.

Das Anzünden der Chanukkia nach Einbruch der Dunkelheit ist ein festliches Ritual, bei dem die Familien beten und singen. Es wird gespielt und es kommen – in Erinnerung an das Lichtwunder – in Öl gebratene Speisen auf den Tisch, denn der Legende nach brannten die Lichter des Tempelleuchters nach der Befreiung des Volkes Israel von der Seleukidenherrschaft und der erzwungenen Hellenisierung mit der Menge für kaum einen Tag ganze acht Tage lang.  

Typische Chanukka-Gerichte sind Kartoffelpuffer (Latkes) und gefüllte Krapfen (Sufganiyah) oder Apfelringe. Alles ist möglich. Hauptsache es ist in Öl gebacken oder gebraten.

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Heutzutage bekommen die Kinder kleine Geschenke wie Münzen und Münzen aus Schokolade, als Symbole für Spenden und gute Taten, und werden auch dazu ermutigt, einen Teil des Geldes für wohltätige Zwecke zu spenden. Sie spielen mit Kreiseln oder dem typischen Dreidel, einem Kreiselspiel, der den gläubigen Juden zur Zeit ihrer Verfolgung unter der Seleukidenherrschaft ermöglichte, die verbotene Torah weiter zu lehren und zu erlernen.

Die Familie steht mit starker Symbolkraft im Mittelpunkt des Chanukka-Festes. Sie versinnbildlicht den sozialen Kern, der der Glaubensverfolgung entgehen und standhalten kann. Diese Überzeugung wird durch den Sieg der Makkabäer im Familienverband bestätigt.

Zoe Klaus
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