Tierschützer rebellieren: 1200 Schafe sollen für Opferfest geschächtet werden
Tierschützer rebellieren: 1200 Schafe sollen für Opferfest geschächtet werden
Weiterlesen

Tierschützer rebellieren: 1200 Schafe sollen für Opferfest geschächtet werden

Tierschützer in Niederösterreich gehen auf die Barrikaden: 1200 Schafe sollen dort auf einem Hof für das muslimische Opferfest geschächtet werden. Dabei wird den Tieren die Kehle aufgeschnitten - ohne Betäubung. Zudem müssen die Tiere auf dem Hof unter schlimmen Bedingungen ausharren und auf ihre Ende warten.

Immer wieder sind es die gleichen Diskussionen um das muslimische Opferfest, das auch von muslimischen Gläubigen in Europa gefeiert wird: Was geht vor, Tierwohl oder Religionsfreiheit? Zur Tradition gehört es im Islam, beim Opferfest Tiere ohne Betäubung zu schlachten und dann ausbluten zu lassen. Ein Türke wurde deshalb in Deutschland bereits vor einigen Monaten zu einer Geldstrafe verurteilt. Ebenso zwei weitere Männer, die Tiere aus einem Streichelzoo in Berlin entführten und schächteten.

Im Mittelpunkt der Streitfrage steht in diesem Jahr ein Hof im niederösterreichischen Bruderndorf. Dort hat ein Landwirt eine Schächtgenehmigung und darf die Tiere entsprechend hinrichten. Die Nachfrage ist groß, nicht viele Betriebe in Österreich bieten Fleisch von geschächteten Tieren an. Im Minutentakt erreichen Kunden aus Wien und Umgebung den Hof, um ihr vorbestelltes und geschächtetes Schafsfleisch abzuholen. Schließlich ist das Opferfest einer der wichtigsten islamischen Feiertage. Unter den Kunden befinden sich Taxifahrer, aber auch Diplomaten.

Auf frischer Tat ertappt! Mann jagt vorm Aussterben bedrohtes Tier
Auch interessant
Auf frischer Tat ertappt! Mann jagt vorm Aussterben bedrohtes Tier

Tierschützer haben Anzeige erstattet

Aktivisten, die vor dem Hof kampieren und demonstrieren, kreiden vor allem die Unterbringung und Anlieferung der gut 1200 Schafe an. Tierschützer Tom Putzgruber erklärt, dass 533 der Schafe aus Rumänien stammen und per Lkw nach Niederösterreich gebracht wurden - auf einer 15 Stunden Fahrt! Auf dem Hof warten sie nun zusammengepfercht auf ihr Ende. Auch Wasser soll laut der Tierschützer Mangelware sein. Nun haben sie Anzeige gegen den Betreiber erstattet. Putzgruber erklärt: „Wir haben Fotos gemacht. Manche Schafe haben Schaum vor dem Mund, ein Anzeichen dafür, dass sie dehydriert sind oder Lungenprobleme haben.“ Weiter erläutert der Tierschützer, dass dem Verein einzig das Wohl der Tiere am Herzen liege, „egal bei welchem Anlass auch immer“. Von den 1200 wären schon jetzt nur noch 600 bis 800 Schafe übrig.

Der Betreiber des Hofs hat inzwischen einen Sichtschutz aufgestellt, um Journalisten und Aktivisten abzuwehren. Auch äußern will sich keiner zu der Sache - der Anwalt des Landwirts hat allen geraten, „keinen Kommentar“ abzugeben.

Von der Redaktion
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen