Durch menschliche Dummheit verendet eine vom Aussterben bedrohte Schildkröte am Strand

Durch menschliche Dummheit verendet eine vom Aussterben bedrohte Schildkröte am Strand

An einem Strand in Alabama in den USA wurde der Kadaver einer seltenen Schildkrötenart gefunden. Das Reptil hat sich wahrscheinlich in einem verlassenen Strandstuhl verhakt, der von einem Strandbesucher am Strand vergessen wurde.

Die durch den Menschen verursachte Umweltverschmutzung richtet weiterhin verheerende Schäden in der Natur und somit auch der Tierwelt an. Diesmal ist eine Schildkröte einer besonderen Art zum Opfer der Menschen geworden. Sie gehört zu einer der am stärksten bedrohten Schildkrötenarten der Welt und wurde tot an einem Strand von Alabama in den USA gefunden, ihr Hals gefangen in einem zurückgelassenen Liegestuhl. Das Reptil, eine Atlantik-Bastardschildkröte (Lepidochelys kempii), soll von einer Schnur am Liegestuhl erdrosselt worden sein.

Dieser traurige Vorfall wurde von Share the Beach, einer Organisation für die Erhaltung von Schildkröten in Alabama, in den sozialen Netzwerken verbreitet. "Eine Atlantik-Bastardschildkröte, eine vom Aussterben stark bedrohte Schildkrötenart, wurde heute Morgen [Samstag, 14. Juli] mit dem Kopf in einem Strandstuhl gefunden", bedauert die NGO auf Facebook. "Wie viele hundert Male müssen wir noch die Menschen darauf hinweisen, ihre Sachen einzusammeln? Das sollte doch eine Sache des gesunden Menschenverstands sein."

Mit dem Post veröffentlichte die NGO ein Foto, auf dem die "Mordwaffe" zu sehen ist: Eine Schnur, die den Hals der Schildkröte einschnürt. Die Todesumstände wurden von Debbie Harbin, Sprecherin von Share the Beach bestätigt, die in einem Artikel in The Huffington Post ihre Version der Ereignisses schildert: "Um den Liegestuhl war eine dicke Schnur, die sich um den Hals der Schildkröte gewickelt hat."

Bedrohung für die Meerestierwelt

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Die Organisation Share the Beach hat auch schon andere Fotos auf Facebook veröffentlicht, um die Strandbesucher dafür zu sensibilisieren, dass sie mit dem Strand und dem Meeresgrund sorgfältig umgehen sollen. Die NGO iniziiert immer wieder Kampagnen, um die Besucher darauf aufmerksam zu machen, am Ende nichts an den Stränden zurückzulassen, sofern es Leihgaben waren. Doch sie haben bis jetzt noch nicht alle Strände erreicht, im Gebiet von Fort Morgan, wo der Kadaver gefunden wurde, waren sie noch nicht.

Alle Meeresschildkröten-Arten werden regelmäßig zum Opfer der durch den Menschen verursachten Umweltverschmutzung und Abfälle. Das Verzehren von Plastikmüll führt jährlich zu Todesfällen bei ca. 660 Arten weltweit. Im vergangenen Jahr wurden fast 30 Kilo Plastik im Bauch eines in Südspanien an Land gespülten Pottwals entdeckt.

Heutzutage sind 7 verschiedene Meeresschildkröten-Arten verzeichnet und allesamt werden als bedroht eingestuft. Zwei von ihnen, darunter die Atlantik-Bastardschildkröte und die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) sind sogar stark vom Aussterben bedroht.

• Dimitrij Wolf
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