Vanity Sizing: So übel spielt uns die Modeindustrie mit

Vanity Sizing: So übel spielt uns die Modeindustrie mit

Jede von uns kennt dieses Gefühl: Man probiert im Geschäft eine Jeans in seiner üblichen Größe an - doch die Hose will einfach nicht passen. Dabei ist der erste Gedanke gleich: "Oh mein Gott, habe ich etwa zugenommen, bzw. abgenommen?" Doch das muss nicht sein. Tatsächlich fallen Größen von einer Marke zu anderen - und bekanntlich auch von einem Land zum anderen - unterschiedlich aus. Die Journalisten Dion Lee von Vox hat nachgeforscht, was es damit auf sich hat...

Der Ursprung des Größenproblems 

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Der Ursprung des Problems ist die Massenherstellung von Anziehsachen. Im Jahr 1939 beschließt die amerikanische Regierung die Kleidergrößen zu standardisieren. Für den Prozess engagieren sie insgesamt 15.000 Frauen als Models - allesamt weiße Frauen aus den unteren Schichten - sagen wir mal eher unterernährt als gut gesättigt. Dadurch, dass die Damen allesamt aus ähnlichen Verhältnissen stammen, sind sie schon für damalige Verhältnisse nicht repräsentativ für die breite Schicht der Bevölkerung.

Die Marken stellen eigene Richtlinien her

Also beginnen amerikanische Marken in den 1970er und 80er Jahren kurzerhand damit, eigene Größenrichtlinien zu schaffen. Um möglichst viele Frauen anzusprechen und zum Kauf anzuregen, kreieren sie sogenannte "Schmeichelgrößen", auch Vanity Sizing genannt. Dabei handelt es sich um eine Marketing-Strategie, die den Frauen das Gefühl geben soll, dass sie dünner sind: In immer größer werdende Kleidung werden immer kleinere Größen auf dem Etikett eingenäht - nicht der Körper passt sich der Kleidung an, sondern die Klamotte den größer werdenden Körpern der Bevölkerungsschicht der USA, die im Durchschnitt eher an Gewicht zugenommen hat.

• Sarah Kirsch
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