Türkisch in der Grundschule: Land Berlin geht neue Wege

In Berlin soll es bald Türkisch-Unterricht an 20 Grundschulen geben - doch das Fach ist mehr als umstritten.

Wie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Dienstag mitteilte, richte sich der zusätzliche Unterricht speziell an Kinder aus türkischstämmigen Familien.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Hintergrund dessen ist, dass der bisher angebotene Unterricht in türkischer Sprache und Ladeskunde von 2000 aus der Türkei entsandten und bezahlten Lehrern religiös und nationalistisch anmutete - und das in einem so hohen Maße, dass die Bildungsverwaltung Überarbeitung forderte. Zudem befürchtete man zu viel Einflussnahme durch den nationalkonservativen Staatspräsidenten Erdogan – da dieser die Konsulatslehrer auswähle, die alle fünf Jahre ausgetauscht werden.

Skinny Jeans gefährden die Gesundheit
Auch interessant
Skinny Jeans gefährden die Gesundheit

Die Lösung

Dieses Problem soll nun so gelöst werden, indem das Land Berlin den Türkischunterricht künftig selbst anbietet. Da sich der Unterricht speziell an Kinder aus türkischen Familien richtet, sind für die Pilotphase daher Bezirke mit hohem Anteil türkischstämmiger Schüler vorgesehen. Der neue Unterricht, der zunächst als zusätzlicher Unterricht in Form einer AG stattfinden soll, soll dann „Herkunftssprache Türkisch“ heißen.

Bald weiterer Fremdsprachenunterricht für andere Migrantengruppen?

Bildungssenatorin Sandra Scheers erklärt: „Als Signal für Familien mit Migrationshintergrund ist es mir wichtig, dass ihre Herkunftskultur und Sprache auch im aufnehmenden Land anerkannt und wertgeschätzt wird.“ Zu Beginn ihrer zweiten Amtszeit hatte Scheer angekündigt, Fremdsprachenunterricht auch für andere Migrationsgruppen ausbauen zu wollen. So sollen auch Sprachen wie Arabisch, Kurdisch und bestimmte osteuropäische Sprachen künftig unterrichtet werden.

Von der Redaktion
Weiterlesen
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen