Initiative: Ein Kampf gegen Selfies mit wilden Tieren

Initiative: Ein Kampf gegen Selfies mit wilden Tieren

Dank einer Kampagne einer Tierschutzorganisation hat das soziale Netzwerk Instagram beschlossen, gegen ausufernde Selfies mit wilden Tieren vorzugehen. 

Ein Jahr nachdem Trip Advisor beschlossen hat, eine Kampagne gegen die Zurschaustellung von Wildtieren zu starten, kümmert sich ein anderer Web-Riese um ihr Wohlbefinden. Das soziale Netzwerk Instagram hat soeben eine Kampagne gestartet, um unverantwortliches Verhalten gegenüber Wildtieren und vor allem Selfies mit ihnen zu bekämpfen. 

Selfies grausamer, als man denkt

Zwischen Juni 2014 und Juni 2017 stieg die Zahl der Selfies mit Wildtieren auf Instagram um 292 %, so eine Umfrage der NGO World Animal Protection. Allerdings würden 40% dieser Bilder als „schlechte Selfies“ betrachtet, also Bilder, die zeigen, wie jemand unangemessen mit einem wilden Tier interagiert.  

Ein einzelnes Selfie kann ein miserables Leben für ein wildes Tier bedeuten“, sagte Steve McIvor, Executive Director von World Animal Protection. „Touristen sorgen sich um die Tiere und die meisten wissen trotzdem nicht, welche grausame Industrie sie unterstützen, indem sie solche Fotos machen.“  

Die Tiere werden aus ihrem wilden Lebensraum entfernt und gequält. Einige der betroffenen Arten sind vom Aussterben bedroht und viele sind gesetzlich geschützt", fuhr er fort. Die NGO hat ein trauriges Beispiel aufgezeigt, indem sie ein Video veröffentlichte, das die Wahrheit über die Zurschaustellung von Faultieren in Südamerika zeigt.  

Entmutigendes „tierschädigendes Verhalten 

Parallel zu dieser Untersuchung begann die NGO mit Instagram zusammenzuarbeiten, um die Realität aufzuzeigen. Ein Aufruf, den das soziale Netzwerk mit 800 Millionen Nutzern offensichtlich gehört hat. Von nun an wird bei der Suche nach einem Hashtag, dem Wort „Selfie“ und dem Namen eines wilden Tieres, wie z.B. #koalaselfie, eine Warnmeldung angezeigt.

Tierquälerei und der Verkauf von gefährdeten Tieren oder Körperteilen ist auf Instagram nicht erlaubt. Sie suchen nach einem Hashtag, der mit Publikationen in Verbindung gebracht werden könnte, die Verhaltensweisen fördern, die für Tiere oder die Umwelt schädlich sind.“, erklärt diese Meldung.

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In einer Erklärung begrüßte die NGO diese Entscheidung, die eine potenzielle Hilfe bedeuten könnte: „Wir freuen uns, dass Instagram anerkennt, dass Tierquälerei sowohl vor als auch hinter der Kamera stattfindet. Tiere können glücklich aussehen. Aber sie werden oft illegal aus ihrem natürlichen Lebensraum geholt und regelmäßig mit Futter gelockt. All diese exzessiven menschlichen Kontakte führen zu extremen Belastungen.“   

World Animal Protection hat auch den Wildlife Selfie Code ins Leben gerufen, den jeder unterschreiben kann, um sich zu verpflichten, nur solche Selfies zu machen, die Tiere nicht gefährden.

Chistoph Mann
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