Unfallgefahr mit dem Auto: Warum Frauen gefährdeter sind als Männer

Unfallgefahr mit dem Auto: Warum Frauen gefährdeter sind als Männer

Über die Jahre haben Studien zu Unfällen auf den Straßen ergeben, dass Frauen häufiger verletzt werden als Männer. Jetzt kommt jedoch heraus, dass diese Ergebnisse falsch waren, denn es wurden zwei wesentliche Aspekte außer Acht gelassen: Die Crashtests und die Bauweise der Fahrzeuge, die nicht für Frauen ausgelegt sind.

Furchtbare Unfälle im Straßenverkehr passieren tagtäglich. Experten der Straßensicherheit erklären seit Jahren, dass für Frauen das Risiko bei einem Autounfall verletzt zu werden, deutlich größer ist. Dies begründen sie mit Crashtests der Automobilhersteller und Studien zu Unfällen im Straßenverkehr. Allerdings wurden bei den Studien wesentliche Aspekte außer Acht gelassen, was dazu führt, dass die Frauen als anfälliger eingestuft werden.

Crashtests, die nicht der Realität entsprechen 

Schock- oder Crashtests werden im Labor durchgeführt. Dabei wird ein Auto in einer bestimmten Geschwindigkeit gegen ein Hindernis gesteuert, um das Schadenausmaß zu ermitteln und so die Folgen für die Insassen einschätzen zu können. Für die Tests werden die Insassen von Dummies vertreten.

Während die männlichen Dummies in Bezug auf die Statur und das Gewicht so realitätsgetreu wie möglich sind, sind die der Frauen weit davon entfernt: Die Puppen wiegen gerade einmal 50 kg. Bei dem Gewicht ist es kein Wunder, dass der weibliche Dummy mehr Schaden davonträgt, als sein männlicher Freund. Das Problem liegt also darin, dass die Studien diese Ergebnisse für alle Frauen verallgemeinern, obwohl der Großteil von ihnen mehr als 50 kg wiegt.

Nicht angepasste Sicherheitsgurte

Ein bekanntes Problem stellen außerdem die Sicherheitsgurte dar, die nicht an die Frauen angepasst sind. Trotzdem erklären die Studien, Frauen würden sich am Steuer leichter verletzten, weil „sie kleiner sind" und „ihre Körperhaltung die Schutzwirkung zusammen mit anderen Faktoren beeinträchtigt" (so eine in der USA Today erschienene Studie).

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Es wäre daher besser, das Problem anders anzugehen. An seinem Ursprung: Autos und ihre Sicherheitsgurte sind nicht für Frauen konzipiert. Ein Artikel des französischen Magazins Point erklärt, „damit Frauen an die Pedale kommen, müssen sie recht weit vorne sitzen und befinden sich somit näher an der Windschutzscheibe, sie sind schlecht geschützt von den zu hohen Kopfstützen und angeschnallt mit einem Sicherheitsgurt, der ihnen den Hals abschnürt".

Le Point zufolge sei das Risiko schwerer Verletzungen für Frauen daher, obwohl sie weniger Unfälle bauen als Männer, 47 % höher und auch die Gefahr an diesen Verletzungen zu sterben, erhöht sich für sie um 17 %.

Lea Pfennig
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