Neue WM-Kamera enthüllt unangenehme Bilder von Sprinterin
© Matt Grandbois / EyeEm / Getty Images
Neue WM-Kamera enthüllt unangenehme Bilder von Sprinterin

Neue WM-Kamera enthüllt unangenehme Bilder von Sprinterin

Bei der Leichtathletik-WM in Doha kommt eine neue Kamera zum Einsatz und sorgt für viel Aufregung unter den Sportlern. Diese Kamera soll laut Veranstaltern eine Kommunikation zwischen Athlet und Zuschauern herstellen, doch das Gegenteil ist die Folge.

Frauen kämpfen auf jeder Ebene, um ihre Rechte: In der Leichtathletik hat sich kürzlich eine schwangere Sportlerin durchgesetzt, dass eine mütterfreundliche Klausel bei Sponsorenverträgen mit Nike durchgesetzt wird. Auch die deutschen Sprinterinnen Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto lassen sich eine Neuerung bei der Leichtathletik-WM in Doha nicht gefallen und sind dabei sicherlich nicht die einzigen, denen die neuen Kameras so ganz und gar nicht gefallen.

Die Vize-Europameisterin Gina Lückenkemper (22) hat zwar bei der Weltmeisterschaft nicht so viel Glück und scheidet beim Halbfinale aus, doch kann sie einen Teilerfolg einstecken: Ihr Kampf gegen die neuen Startblock-Kameras zeigt die ersten Früchte.

"Upper cameras" stehen in der Kritik

Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto erheben ihre Stimmen und protestieren gegen die Neueinführung der sogenannten "upper cameras" und finden diese "sehr fragwürdig" - wiedie Zeit berichtet. Denn diese Kameras filmen die Sportler in einer höchst intimen Position. Und dass diese Szenen, in denen von Sportlerinnen zu viel zu sehen ist, bei manchen Männern leider immer wieder zu Ausartungen führt, hat das Schnappschuss der australischen Footballspielerin Tayla Harris gezeigt.

In den knappen Sachen über diese Kamera zu steigen, um in den Block zu gehen, finde ich sehr unangenehm. Also ich weiß nicht, ob ihr gerne von unten von einer Kamera gefilmt werden wollt.

Wie Gina Lückenkemper sich dabei unwohl fühlt, in der Startposition von unten in enger Kleidung gefilmt zu werden, geht es sicherlich auch vielen anderen Sportlerinnen, aber auch Sportlern. Die Beschwerden der beiden deutschen Sprinterinnen zeigen erste Erfolge: Die Bilder sollen geschwärzt werden, sobald die Sportler in den Startblock gehen. Doch ist Gina Lückenkemper nicht die einzige, die diese Kameras unpassend findet, wie sie sagt:

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat gestern auch offiziell Beschwerde beim Weltverband IAAF eingereicht wegen der Kamera, die in den Schritt filmt. Wir waren wohl nicht die einzigen, die Protest eingelegt haben.

Doch bleibt dies nur ein Teilerfolg, denn die Kameras bleiben weiterhin im Einsatz. Die Sportler müssen im Moment auf das Versprechen des Veranstalters vertrauen, dass 24 Stunden nach der Aufnahme, diese gelöscht würden. Und die Zuschauer die Einblicke nur geschwärzt zu sehen bekämen. Wo jetzt genau die Kommunikationsverbesserung zwischen Athlet und Zuschauer sein soll, bleibt dem ein oder anderen dabei sicher fraglich...

Von Maximilian Vogel

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