Beruf Leichenschminker: Maskenbildnerin spricht von der ehrenhaften Seite ihres Jobs

Eine Maskenbildnerin in der Leichenhalle erzählt von den Hürden und der besonderen Aufgabe ihres ungewöhnlichen Berufes und nimmt Vorurteilen den Wind.

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Ja, es gibt auch Kosmetik für Tote, diese nennt sich Bestattungskosmetik. Ein Job, den wenige kennen und wenn sie daran denken, diesen Beruf eher als furchterregend einstufen.

Eine Leichenschminkerin, die zuvor Stars für den Roten Teppich geschminkt hat, gibt einen Einblick in ihren Beruf. Die Make-up-Artistin Fawn Monique Dellavalle hat es sich zum Ziel gemacht, Menschen ihr letztes Makeover zu schenken.

Was macht man in diesem Job?

Leichenschminker:in zu sein, bedeutet viel mehr als die Toten zu bemalen. Die Aufgaben beginnen bei der Vorbereitung des toten Körpers auf das Begräbnis, seine letzte Ruhestätte.

Dabei versteht man das Auftragen von Make-up, eine Maniküre, das Fixieren von Haaren und die Rekonstruktion entstellter Gesichter. "Desairologie" oder Kosmetologie für Verstorbene ist ein Service, das von Bestattungsunternehmen immer mehr angeboten wird.

Leichenschminkerin berichtet

Fawn Monique Dellavalle ist zwar keine gelernte Leichenbestatter:in, aber durch ihr kosmetisches Wissen wurde sie bei einer Bestattung um ihre Dienste gebeten. Sie besitzt zwei Make-up- und Hauttherapiestudios in Pennsylvania and Kalifornien und kennt sich mit der Aufbereitung des Gesichtes aus.

Normalerweise wird sie von Familien direkt kontaktiert, die den besonderen Wunsch haben, ihre geliebten Verstorbenen für das Jenseits herzurichten. Doch dabei kann sie nicht wirklich auf ihre üblichen Kosmetikprodukte zurückgreifen, denn dafür benötigt sie spezifische Produkte, die auch für eine tote Haut funktionieren. So erzählt sie laut Mirror:

Ich habe ein Kit, das nur für das abschließende Schönheits-/Schönheitsritual gedacht ist. Es besteht aus Hautpflege, um die Haut auf das Make-up vorzubereiten, Nagellack und einem kompletten Schminkset mit speziellen Pinseln nur für diese Anwendungen.

Wenn die verstorbene Personen zu Lebzeiten immer Make-Up getragen haben, bittet sie um Fotos und die Schminktasche, damit sie sich an den Farben und der Art und Weise, wie sie sich geschminkt haben, orientieren kann.

Erste Aufbereitung ist die härteste

So berichtet auch die geübte Maskenbildnerin, wie schwierig für sie die erste Erfahrung in der Leichenhalle war. Dabei hat sie eine verstorbene Person für die Familie vorbereitet, die sich von ihr am Sarg verabschieden wollten.

Meine erste Anwendung überhaupt war extrem hart, es gab eine Menge Haut/Kopfverletzungen/Prellungen auszugleichen, die Besichtigung sollte ein geschlossener Sarg sein.

Vor allem bei einem großen Verlust sei es wichtig für Familienmitglieder, den oder die Verstorbenen bei der Beerdigung zu sehen, um leichter abschließen zu können, so Dellavalle.

Sie sieht die letzte Aufbereitung als Ehre

Um mit der Situation so natürlich wie möglich umzugehen, macht sie sich ihr Arbeitslicht an, nimmt sich Zeit, schaltet eine ruhige Musik ein und beginnt, die Verstorbenen zu schminken, als wären sie in einem friedlichen Schlaf gesunken.

Fawn Monique Dellavalle sieht es als Ehre, am Leichnam die letzte Aufbereitung zu vollführen. So beurteilt sie ihren Job auf wundervoll respektvolle Weise:

Ich denke nicht, dass es gruselig ist, ich finde, es ist ein Abschlussritual der Zeit des Wesens hier auf der Erde und es ist etwas, das in jeder Hinsicht geehrt werden sollte.