Burg Guédelon: Der Bau einer mittelalterlichen Burg - nur mit den damaligen Werkzeugen

Burg Guédelon: Der Bau einer mittelalterlichen Burg - nur mit den damaligen Werkzeugen

Ihre große Leidenschaft ist die Geschichte des Mittelalters! Deswegen bauen sie eine Burg - ausschließlich mit den Mitteln der damaligen Zeit. Ein extremes und erstaunliches Projekt!

Seit 1997 wird in der französischen Gemeinde Treigny, die in Zentralfrankreich liegt, an der Burg Guédelon gebaut. Eine ziemlich lange Zeit? Nicht, wenn man bedenkt, dass das mittelalterliche Burgbauprojekt sich strikt an die Regeln der Experimentellen Archäologie hält. Dabei handelt es sich um ein Spezialgebiet der Archäologie. Durch wissenschaftliches Experimentieren unter kontrollierten Bedingungen wird versucht herauszufinden, wie in vergangenen Zeiten gebaut wurde - eben auch im Mittelalter.

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Burgbaustelle Guédelon

Für die Burgbaustelle Guédelon bedeutet das eben, dass die Bauarbeiter nur Mittel und Bautechniken des Mittelalters verwenden und auch unter den damaligen Bedingungen arbeiten. Sie geben vor, im 12. Jahrhundert zu leben. Das heißt, dass die Handwerker und Mitarbeiter mittelalterliche Kleidung tragen. Außer einer persönlichen Schutzausrüstung, die zum Beispiel aus einer Schutzbrille und Stahlkappenschuhen bestehen kann, gibt es keinen moderne Werkzeuge.

Die Idee zum Burgenbau in Frankreich

Die Idee zu diesem erstaunlichen Projekt geht auf den Franzosen Michel Guyot zurück, der in den 1970er Jahren mehrere Schlösser und Burgen in Frankreich restauriert und so Erfahrungen für sein zukünftiges Projekt sammelt. Für ihn ist es ein lang gehegter Traum, ein mittelalterliches Burgbauprojekt zu realisieren. Er findet den idealen Ort, an dem genügend Baumaterial vorhanden ist: vor allem Stein, Holz und Wasser. Seit 1997 arbeiten 50 Arbeiter unter der Leitung von Michel Guyot vollberuflich an dem Bauprojekt. In der Hauptsaison finden sich immer wieder bis zu 16 Freiwillige, die eine Saison lang an der Burg mitbauen. Von November bis März jeden Jahres müssen die Arbeiten wegen der Wetterbedingungen ruhen.

Das mittelalterliche Burgbauprojekt zieht Menschen an

Nach und nach ist um die Burg herum, deren Herrenhaus und Burgfried mittlerweile fertig gestellt sind, eine Siedlung entstanden. Handwerker passen sich den Bedingungen des Bauprojekts an und stellen unter damaligen Bedingungen Dachschindeln, Töpferwaren, Nägel, Werkzeuge usw. her und beliefern die Burgarbeiter. Außerdem halten sie Tiere wie Pferde, Schafe und Schweine.

Guédelon besuchen

Es ist möglich, den Steinmetzen, Maurern, Holzfällern, Zimmerleuten, Schmieden usw. beim Bau der Burg über die Schulter zu blicken! Eine einmalige Gelegenheit und eine regelrechte Reise in die Vergangenheit! Das Baugelände erstreckt sich über sieben Hektar. Besucher entdecken drei Bereiche: die Burgbaustelle, das Dorf und dessen handwerkliche Einrichtungen, wie die Ziegelbrennerei. Und schließlich den Wald und seine Mühle - die selbstverständlich unter den Bedingungen des Mittelalters erbaut worden ist.

Das Bauprojekt soll 2023 fertig gestellt sein. Bis dahin ist also noch Zeit, das faszinierende Projekt zu besuchen. Denn, wie es auf der Internetseite des Projekts heißt: „Und denen, die meinen : 'Wir kommen wieder, wenn die Burg fertig ist', sagen wir: 'Dann ist es zu spät!'. Das interessante (sic!) an Guédelon sind (sic!) die dynamische und humane Seite dieses verrückten Abenteuers.“

Burg Guédelon ist eindeutig ein guter Grund, unseren Nachbarn einmal mehr einen Besuch abzustatten!

• Sophie Kausch
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