H&M baut Stellen ab: Modekonzern will offenbar vor allem junge Mütter feuern
H&M baut Stellen ab: Modekonzern will offenbar vor allem junge Mütter feuern
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H&M baut Stellen ab: Modekonzern will offenbar vor allem junge Mütter feuern

Von Lisa Fehrs

Die Corona-Pandemie hat auch den schwedischen Moderiesen H&M schwer getroffen. Nun hat der Konzern angekündigt, rund 800 seiner Mitarbeiter zu entlassen. Offenbar sind von den Plänen vor allem junge Mütter betroffen. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Das schwedische Modehaus Hennes & Mauritz hat verkündet rund fünf Prozent all seiner Stellen in Deutschland zu streichen. Über die Pläne wurde bereits im November berichtet. Dem Business Insider zufolge, soll dies vor allem junge Mütter in Elternzeit betreffen.

Wenn die Kasse klingelt, oft nicht zur Stelle

So soll das Management ein freiwilliges Abfindungsprogramm vorgeschlagen haben, um betriebliche Kündigungen zu vermeiden. In diesem seien vor allem Mütter in Elternzeit als bevorzugte Gruppe für den Stellenabbau angegeben. Die Begründung lautet, dass diese oft nicht zu den umsatzstarken Abendschichten oder an Samstagen einsetzbar seien.

Zwar sind die betroffenen Angestellten durch ihre Elternzeit noch vor einer Kündigung geschützt, doch sobald diese an den Arbeitsplatz zurückkehren, könnten sie in der Tat entlassen werden. Die Gewerkschaft Ver.di lehnt dieses Vorhaben ab. So beschwert sich Cosimo-Damiano Quinto gegenüber Business Insider:

H&M-Deutschlandchef Thorsten Mindermann verhält sich wie ein Unternehmenspatriarch, der Entscheidungen über die Köpfe von Frauen hinweg trifft. Im Grundgesetz heißt es klipp und klar: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. Eigentum verpflichtet daher auch Unternehmen wie H&M, Frauen in Elternzeit und berufstätigen Müttern familienfreundliche Arbeitszeiten zu ermöglichen, anstatt ihre Doppelbelastung als Schwäche auszunutzen und zu versuchen, sie auf die Straße zu setzen.

"Doppelbelastung als Schwäche auszunutzen"

Die Vorwürfehat H&M inzwischen klar zurückgewiesen. "Das Freiwilligenprogramm bei H&M Deutschland richtet sich nicht vorrangig an Mütter und Väter", verteidigt sich ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Spiegel.

So soll sich dieses vielmehr an alle Mitarbeiter richten, die sich für dieses Programm dann freiwillig entscheiden können. So betonte die Gruppe: "Wir gehen in diesem Fall ganz klar nach geltenden rechtlichen Bestimmungen vor."

Shitstorm auf Facebook

Die Coronakrise hatte auch den schwedischen Modehändler zuletzt heftig getroffen. So sank der Nettoumsatz des Modehauses von Dezember 2019 bis November 2020 weltweit um 18 Prozent. Bereits im Oktober hatte H&M angekündigt, mehrere Filialen schließen zu wollen.

Die Empörung ist nun in den sozialen Netzwerken groß. So schreiben Nutzer auf Facebook, dass die Pläne "diskriminierend", "eklig" oder gar "asozial" seien. Viele bisherige Kunden wollen H&M künftig boykottieren. "Von mir keinen Cent mehr für das Unternehmen", heißt es in einem der Posts. So gerät das Unternehmen bei seinen Kundinnen nun schon zum zweiten Mal in kurzer Zeit in Verruf.


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