Jahrelang verheimlicht sie ihren wahren Geisteszustand vor ihren Liebsten, dann bricht alles zusammen

Jahrelang verheimlicht sie ihren wahren Geisteszustand vor ihren Liebsten, dann bricht alles zusammen

Vor allem die Pubertät wirft so manche Jugendliche aus der Bahn. Während es für die einen leichter ist und sie mit der Menge gehen, stechen andere heraus durch ihre Andersartigkeit. Wenn sie sich verschließen und verstellen, kann das aber dramatische Folgen haben. Kimberley Zapata erzählt ihre Geschichte und will nun andere vor einem ähnlichen Schicksal bewahren.

Kimberley Zapata leidet jahrelang unter psychischen Störungen, doch hält diese vor ihren Liebsten geheim. In einem Beitrag für die Huffington Post erzählt sie, warum sie das getan hat und wie es ist, mit einer psychischen Störung zu leben.

"Depressionen sind eine schwankende Krankheit - eine knifflige Krankheit - und wie die meisten psychischen Erkrankungen verzerren sie deine Gedanken."

Schon vor ihrer Teenie-Zeit macht sie sich viele Gedanken über das Leben und das Sterben. Ihr fallen selbst die alltäglichen Dinge wie Haare kämmen und Zähne putzen sehr schwer. Außerdem wird sie in der Schule für ihr Gewicht gehänselt. Das ist für das Mädchen der absolute Horror.

Zapata hat aber das Gefühl, dass sie sich niemandem anvertrauen kann. Als sie es doch mal versucht, bekommt sie Antworten wie “Das ist alles nur in deinem Kopf”, “Sei fröhlich” und “Sei leise”. Ihre gleichaltrigen Freundinnen genießen das Leben und so versucht das Mädchen, sich anzupassen.

Beinahe zu spät wird sie ernst genommen

Sie lächelt, auch wenn ihr nicht zum Lachen ist. Sie geht aus, obwohl sie lieber zu Hause bleiben würde. Sie erzählt niemandem von ihren Sorgen, weil ihr gesagt wurde, dass sie sich nicht so anstellen soll. Mit 17 Jahren versucht sie, sich umzubringen.

Erst dann bekommt sie endlich Hilfe und ihre Probleme werden ernst genommen. Sie leidet an einer Angst- und bipolaren Störung sowie Depressionen. Diese Worte kann sie heute zwar offen aussprechen, aber es fällt ihr immer noch schwer, nach Hilfe zu fragen.

Angst vor Ablehnung

Zu groß ist die Angst, dass jemand sie für schwach hält und sie ablehnt. In einem allgemeinen Kontext spricht Zapata jedoch oft über ihre Krankheit, denn sie hat die Non-Profit-OrganisationGreater Than: Illness ins Leben gerufen, um Jugendlichen bei ihren psychischen Problemen zu helfen. Im Rahmen ihrer Organisation muss sie auch oft über ihr eigenes Schicksal sprechen.

Viel schwerer fällt es der Amerikanerin hingegen, mit ihrer Familie über ihre psychischen Krankheiten zu sprechen. Aber auch daran arbeitet sie mit ihrem Therapeuten. Sie versucht, auf die Frage, wie es ihr geht, nicht automatisch mit "gut" oder "okay" zu antworten, sondern stattdessen ehrlich zu sein.

Ein täglicher Kampf

Die Autorin kämpft tagtäglich dagegen an, dass ihre Krankheiten nicht ihr Leben beherrschen. Dabei versucht sie, sich auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Sie hat einen tollen Mann, zwei niedliche Kinder, einen erfüllenden Job, ein Dach über dem Kopf und einen vollen Kühlschrank.

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Wenn es euch ebenfalls schlecht geht oder ihr einfach mal Hilfe braucht, dann ruft bei der Telefonseelsorge an (0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222) oder besucht deren Webseite. Kimberley Zapata macht es vor und zeigt, dass es nichts Schlimmes ist, sich Hilfe zu suchen.

Maximilian Vogel
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