Premiere: In Frankreich heiraten zum ersten Mal zwei Pfarrerinnen!

In Frankreich geben sich zum ersten Mal zwei Pfarrerinnen das Jawort. Eine Premiere für unser Nachbarland und ein Erfolg für die LGBTQIA-Community.

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Am Samstag, den 24. Juli 2021, geben sich zwei Pfarrerinnen in der Kathedrale von Maguelone in Montpellier das Ja-Wort. Eine Ehe zwischen Homosexuellen, die von der protestantischen Kirche ihren Segen erhalten hat.

Gleichgeschlechtliche Ehen seit 2015 erlaubt

Emeline Daudé und Agnès Kauffmann sind 33 und 31 Jahre alt, evangelische Pfarrerinnen und sie gehen in der Kirche von Montpellier den Bund der Ehe ein. Ein homosexuelles Pfarrpaar ist in Frankreich eine Premiere.

Das Brautpaar erhält direkt im Anschluss den Segen der protestantischen Kirche von Frankreich. Homosexuelle Ehen sind in Frankreich seit 2015 erlaubt. Die beiden Frauen erklären:

Wir freuen uns, unseren Glauben leben zu können, genau wie unser Engagement in unserer Kirche und unsere Liebe füreinander, ohne uns verstecken zu müssen.

Die Kirche zwischen Moderne und Tradition

Emmanuelle Seyboldt, Vorsitzende des Nationalrats der protestantischen Kirche Frankreichs und Freundin des Paares erklärt:

Pastoratsanwärter:innen und offen zur LGBTQIA*-Gemeinschaft bekennende Personen waren bis 2019 keiner Gemeinde zugehörig.

Auch heute noch ist es ein Kampf für alle, die in der protestantischen Kirche offen homosexuell sind.

Die französische Kirche im Wandel?

Die zwei Frauen hoffen, dass ihre Ehe, die von einigen Gemeindemitgliedern eher abwertend aufgenommen wird, zu fortschrittlicheren Denkweisen anregen kann. Auch ihre Hochzeitszeremonie haben sie modern umgestaltet.

Sie tragen Marineblau statt Weiß und werden nicht von ihren Vätern zum Standesamt begleitet. Eine Premiere, die auch anderen homosexuellen Paaren in Kirchengemeinden Mut machen könnte, den Schritt zu wagen.