Aus diesem Grund wollen Frauen wissen, was Männer fühlen

Aus diesem Grund wollen Frauen wissen, was Männer fühlen

Was heißt es „ein Mann des 21. Jahrhunderts" zu sein? Mit dem Wandel der Gesellschaft verändert sich auch das Bild vom Mann. Anlässlich ihrer neuen Kampagne untersucht die Marke Gillette die Gefühlswelt des Manns. Immer stärker werden in unserer Gesellschaft die Geschlechterstereotype in Frage gestellt. Wie also lassen sich im 21. Jahrhundert Geschlechter definieren?

Eine aktuelle Studie der Marke Gillette offenbart, dass sich 87% der Männer für sensibel halten und 74% der Frauen finden, ein sensibler Mann ist ein moderner, selbstbewusster und eigenständiger Mann.

Die Marke Gillette ist führend im Bereich maskuliner Pflegeprodukte, da ist es selbstverständlich, dass sie mit dem gesellschaftlichen Wandel geht. Im Januar 2019 untersucht Gillette in Amerika mit der Werbekampagne „We Believe" das Identitätsgefühl der Männer und ihre Rolle in der Gesellschaft.

Jetzt setzt Gillette die Kampagne in Frankreich unter dem Namen „La sensibilité masculin" (dt. Die Sensibilität des Mannes) fort. Denn hinter dem Mann des 21. Jahrhunderts steht Gefühl.

Seit einiger Zeit werden das Männerbild und die damit verbundenen Stereotype in Frage gestellt. Die Männlichkeit von heute ist nicht länger einseitig, sondern vielseitig. Die Soziologin Christine Castelain Meunier erklärt: „Gefühle beim Mann galten bisher als Tabu, da sie die Männlichkeit einschränken und für Schwäche und Zerbrechlichkeit stehen".

In seinen Sketchen behandelt der französische Komiker Akim Omiri die Frage nach der Entwicklung des Mannes. In seiner Show sieht man einen sensiblen Mann, der sowohl über seine Stärken als auch seine Schwächen lachen kann und auch seine Zuschauer darüber lachen lässt. Er hat keinerlei Scheu (im Gegenteil!) über männliche Gefühle und Enttäuschungen in Sachen Liebe zu sprechen. Er bringt zum Lachen und hinterfragt. Aus diesem Grund hat ihn die Marke Gillette auch zum Botschafter ihrer neuen Kampagne auserkoren.

Auch dem Sänger Eddy de Pretto liegt die Empfindsamkeit des Mannes am Herzen. Er nutzt sie, um über Männlichkeit zu sprechen, wie in seinem Song „Kid", mit dem er seine Karriere beginnt und sich der Modernität verschreibt.

Ist es nicht etwas altmodisch, den Mann im 21. Jahrhundert als stark und männlich zu beschreiben, während die Frau sanft und mütterlich ist? Ist es nicht ebenso veraltet, das eine Geschlecht in den Gegensatz zum anderen zu stellen?

In der Realität und im Alltag zeigt sich heute: Männlichkeit ist nicht einseitig, sondern vielseitig. Und dafür müssen wir den sozialen Netzwerken und dem Internet danken, denn sie zeigen uns, dass die Welt in Bewegung und die Denkweisen im Umschwung sind.

Männlichkeit auf dem Prüfstand

„Die männliche Identität ist nicht unantastbar: Man ist nicht als Mann geboren, man wird es." Dieses von Simone de Beauvoir inspirierte Zitat macht Sinn und wurde entsprechend von dem Journalisten Xavier Monélat angepasst.

Die Männlichkeit ist ein gesellschaftliches Konstrukt. Sie gibt vor, wie wir Männer und auch schon kleine Jungs sehen und mit ihnen umgehen. Demnach stehen Männer für Potenz, Stärke und verdrängte Gefühle. Doch diese Werte erscheinen gleichzeitig wie Anordnungen. Anordnungen, die entsprechend des biologischen Wesens definiert sind und unter denen Männer ebenso wie Frauen zu leiden haben.

Nein, Frauen haben kein Vorrecht auf Gefühle und Sanftheit, nur weil sie eines Tages vielleicht einmal Mütter werden und dies machen viele Medienpersönlichkeiten deutlich. Ein gutes Beispiel ist Ex-Fußballer David Beckham, der große Freude daran hat, seine vier Kinder großzuziehen, während ihre Mama, Victoria Beckham, ihr Modeimperium vorantreibt.

Mehr Gefühle für mehr Gleichheit zwischen Mann und Frau

Schon die französische Schriftstellerin und Feministin Simone de Beauvoir bemängelte die weiblichen Stereotype, darunter auch die Sensibilität. Lange Zeit sorgten diese weiblichen Stereotype außerdem für eine Unterordnung der Frauen unter die Männer.

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Eins steht fest: Je mehr sich die Männer auf ihre eigene Sensibilität besinnen und diese beanspruchen, desto mehr helfen sie den Frauen dabei, ihre von der Gesellschaft umgelegte Zwangsjacke abzulegen.

Die Ungleichheiten zwischen Mann und Frau betreffen alle - beim Gehalt im Fußball z.B. selbst die Nationalelf der Frauen - und jeder sollte sein Bild von Männlichkeit hinterfragen. Den Mann des 21. Jahrhunderts gibt es nicht, denn es gibt keine gute oder schlechte Art, seine Männlichkeit zu leben, sondern unzählige. Auf dass wir den Mut haben - Männer wie auch Frauen - diese Veränderungen voranzutreiben! Emma Watson ist dafür ein weiteres hervorragendes Beispiel, falls ihr das über sie noch nicht wusstet.

Simone Haug
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