Regierung plant Verbot von Sonderangeboten im Supermarkt
Regierung plant Verbot von Sonderangeboten im Supermarkt
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Regierung plant Verbot von Sonderangeboten im Supermarkt

Verschwendete und weggeworfene Lebensmittel, Tumulte im Supermarkt und nicht zuletzt frustrierte Landwirte, die ihre Erzeugnisse zum Schleuderpreis an die Lebensmittelindustrie abgeben müssen: Es gibt viele Gründe, große Supermarktketten mit ihren Schleuderpreisen zu regulieren. Eine europäische Regierung geht nun einen entscheidenden Schritt.

Gesetz soll bestimmte Rabatt-Aktionen verbieten

Im Januar kommt es zu Tumulten in einem französischen Supermarkt. Grund war ein Super-Sonderangebot für ein 950g-Nutella-Glas für nur 1,41 Euro. Im Anschluss daran legte der französische Landwirtschaftsminister, Stéphane Travert, ein Gesetzesvorhaben vor, das Sonderangebot künftig regulieren soll. So sollen beispielsweise "Nimm 2, kauf 1"-Aktionen verboten werden, "Nimm 3, zahl 2"-Angebote sollen weiter legal bleiben.

Manche Sonderangebote seien schädlich

Die Pariser Regierung verfolgt dabei das Ziel, die Verbraucher zu erziehen, die den echten Wert von bestimmten Lebensmitteln nicht mehr zu kennen scheinen. Konsumenten sollen demnach nur noch das kaufen, was sie wirklich brauchen und nicht mehr im Überfluss Lebensmittel anhäufen, die später teilweise im Mülleimer landen.

Hinzu kommt, dass Landwirte sich beklagen, dass große Lebensmittelkonzerne sie seit langer Zeit bei Preisverhandlungen über den Tisch zögen. Oft bliebe den Landwirten nichts anderes übrig, als ihre Waren zum Schleuderpreis herzugeben. Das beste Beispiel dafür sei Milch, deren Herstellung mehr kostet als der Liter-Preis im Supermarkt.

Kritik von Verbrauchern

80% aller französischen Verbraucher bekommen Lust, ein Produkt zu kaufen, wenn es im Angebot ist, gar 90% sind bereit ihr Kaufverhalten daran anzupassen. Es gibt sogar Familien, die sich wöchentlich für nur 50 Euro ernähren müssen oder Menschen, die 400 Euro im Monat durch kluges Einkaufen sparen. Kritisiert wird, dass vor allem ärmere Haushalte, die auf die Angebote angewiesen seien, unter der Entscheidung zu leiden haben. Schließlich käme es zu einem Verlust an Kaufkraft.

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Von Carina Levent
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