Auch Markenhersteller betroffen: Gift in vielen Kräutertees gefunden

Auch Markenhersteller betroffen: Gift in vielen Kräutertees gefunden

Kräutertees gelten gemeinhin als bekömmlich, bestens verträglich und vor allem: Gesund. Doch in einer Untersuchung wurden Pflanzengifte in diversen Tees von Markenherstellern nachgewiesen, die bereits in geringer Konzentration Krebs verursachen können.

Recherchen des NDR-Verbrauchermaganzins Markt haben ergeben, dass Kräuter- und Kamillentees namhafter Hersteller teilweise mit Pflanzengiften verunreinigt sind. Experten stuften einige der Belastungen sogar als „gesundheitlich bedenklich“ ein.

Welche Tees und Marken sind betroffen? 

Die Pflanzengifte, Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA, befanden sich in den Kamillen- und Kräutertees der Marken Rewe, Lidl, Aldi, Meßmer, Alnatura und Teekanne. Pyrrolizidinalkaloide können die Leber schädigen und Leberkrebs verursachen. Zwei Produkte seien bei dem Test besonders negativ aufgefallen: Der Kamillentee von Teekanne und der Kamillentee der Rewe-Eigenmarke „Ja!“. Bei den Kräutertees enthielt das Produkt von Teekanne ebenfalls die größte Menge an Pyrrolizidinalkaloiden. 

So gelangen die Pflanzengifte in den Tee

Einige Pflanzen, wie zum Beispiel das zum Unkraut zählende Jakobskraut, produzieren Pyrrolizidinalkaloide, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Durch die maschinelle Ernte kann es passieren, dass eben diese Pflanzen, die zwischen den Teekräutern wachsen, mit in die Ernte gelangen. Da das Gift äußerst temperaturbeständig und sehr gut wasserlöslich ist, können die Substanzen auf diese Weise schließlich selbst bei kochendem Wasser vollständig in den Tee übergehen.

Unternehmen reagieren unterschiedlich 

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Bereits 2016 hatte Markt die betreffenden Unternehmen auf die zu hohen Werte aufmerksam gemacht, als der Test im Februar veröffentlich wurde. Aldi reagierte, teilte auf seiner Webseite mit: „Unser Teelieferant hat bereits Maßnahmen ergriffen, um Verunreinigungen mit PA in Kräutertees bestmöglich zu minimieren.“ Andere Unternehmen verwiesen auf die Erklärung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, in der es heißt: „Die Diskussionen zur Festsetzung von Höchstgehalten zu Pyrrolizidinalkaloiden in verschiedenen Lebensmitteln dauern auf EU-Ebene noch an. Auf internationaler Ebene steht eine abschließende Risikobewertung zu Pyrrolizidinalkaloiden noch aus.“

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