Gender-Klischees in der Schule: Der fragwürdige Test einer Lehrerin
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Gender-Klischees in der Schule: Der fragwürdige Test einer Lehrerin

Ein Test für Grundschüler, der in den sozialen Medien für Aufruhr gesorgt hat, führte für die Lehrerin zu Konsequenzen.

Was ist „typisch Junges“, was „typisch Mädchen“? Diese Frage hatte ein Ethik-Test in einer Grundschule in Sachsen-Anhalt auch zum Thema gehabt - der Ausgang führte jedoch zu ordentlich Zündstoff.

Worum ging es bei dem Test?

Auf dem Test sollten „typische Mädchensachen“ in rot, „typische Jungensachen“ in blau von den Kindern umkreist werden. An sich ist es schon fragwürdig genug, Kindern in Grundschulen Klischees beizubringen - der Facebook-Userin Sandra Goldschmidt war allerdings die Hutschnur geplatzt, als sie den Test von einer befreundeten Mutter gezeigt bekommen hat. Darauf wurde von einem Kind „mutig“ als Eigenschaft für Mädchen eingekreist, was wiederum von der Lehrerin als Fehler markiert wurde.

Unter Goldschmidts Post hatte eine andere Mutter ein Bild des gleichen Tests gepostet, den ihr Kind mit nach Hause gebracht hatte - dort wurde unter anderem als Fehler gewertet, dass Mädchen kurze Haare haben können.

Ist das Foto tatsächlich echt?

Ja, Sprecher des Bildungsministeriums von Sachsen-Anhalt, Stefan Thurmann, bestätigte den Wahrheitsgehalt auf Nachfrage hin. Demnach wurde der Test in einer 4. Klasse in einer Schule im Burgenlandkreis geschrieben. Um die betreffende Kollegin zu schützen, wollte Thurmann ihren Namen nicht nennen.

Eltern, Lehrerin und Schulleitung hätten sich am Freitag zum Gespräch getroffen und die Sachlage diskutiert. Dabei habe die Lehrerin, welche sehr engagiert sei, zugegeben, dass die Sache „nicht ganz rund gelaufen“ sei.

Für Sandra Goldschmidt ist die Sache ganz klar: "Ich finde das ist skandalös, Geschlechterstereotype nicht zu diskutieren und analysieren, sondern zu zementieren und dann auch noch mit richtig oder falsch zu bewerten."

Von der Redaktion

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