Ausgewildertes Bärenbaby: Die Wildnis war zu viel für Mellous

Ausgewildertes Bärenbaby: Die Wildnis war zu viel für Mellous

Das erst sechs Monate alte Bärenbaby Mellous wird im Juli in Frankreich alleine und sichtlich geschwächt aufgefunden. Nachdem es aufgepäppelt wurde, darf es zurück in die freie Wildbahn. Doch wenig später bewegt sich der Peilsender nicht mehr, es folgt das große Drama.

Denn der kleine Bär Mellous wird tot aufgefunden. Nun wurden die Autopsie-Ergebnisse des Tieres veröffentlicht und ein grausamer Verdacht scheint bestätigt: Mellous ist verhungert.

Der Fall sorgt nun in Frankreich für einen großen Aufschrei. Wurde das Tier, das auf Anweisung der französischen Dienststelle für Jagd und Wildtiere (ONCFS) wieder freigesetzt worden war, zu früh alleine gelassen? Schon wenige Tage nach dem Fund des Jungen - nachdem es aufgepäppelt wurde - hatte man es an einer Stelle, an der seine Mutter es hätte finden können, wieder ausgewildert.

Allen Erwartungen entgegen

Die Dienststelle bestreitet, ein falsche Entscheidung getroffen zu haben. Sie behauptet, dass der kleine Bär angesichts seines Alters selbst ohne seine Mutter „beste“ Überlebenschancen hatte.   

Unbedachtsamkeit? 

Nicht unbedingt, wenn man davon ausgeht, dass der Wurf einer Bärin meist aus zwei bis drei Jungtieren besteht, die ihre ersten sechs Monate ganz in ihrer Obhut verbringen und dann nach und nach ihre Umgebung erkunden.

In den ersten drei Monaten werden sie gestillt und sind sie noch ganz auf die Mutter angewiesen. Dann zeigt sie ihnen, wie gejagt wird. In den kommenden drei Jahren lernen sie von ihrer Bärenmutter schließlich so alles über das sie erwartende Bärenleben. 

Eine voreilige Entscheidung? 

Da nichts vom Vorleben des Bärenjungen bekannt ist und auch niemand weiß, wie es kam, dass es alleine angetroffen wurde, kann angenommen werden, dass ihm ein Teil der lebensnotwendigen Anweisungen seiner Mutter fehlte. Es so schnell wieder auszusetzen, ohne mehr über seine Lebensbedingungen zu wissen, war also riskant.

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Doch die ONCFS vertritt die Ansicht, dass junge Bären, die alleine gefunden werden, so wenig wie möglich vom Menschen versorgt werden sollten, um nicht abhängig zu werden und dann nicht mehr ausgesetzt werden zu können. In diesem Fall ist es fraglich, ob die richtige Entscheidung getroffen wurde.

Zoe Klaus
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