„Blutbucht“ in Japan: Tierschützer decken grausame Tradition auf

„Blutbucht“ in Japan: Tierschützer decken grausame Tradition auf

Es ist ein barbarisches Massaker, dass diese Bucht in Japan jedes Jahr zwischen September und März rot verfärbt. Millionen Menschen auf der Welt verurteilen aufs Schärfste diese Tradition, die in Japan vollkommen normal ist.

Man kann sie nur als Massaker bezeichnen, die Tradition, die jährlich in der Bucht vor Taiji in Japan stattfindet. Doch Fischer pilgern jedes Jahr aufs neue in das Dorf, um tagelang Delfine einzufangen und abzuschlachten. Die Kritik ist seit Jahren laut: Mit den Fischern kommen auch hunderte Demonstranten nach Taiji, um die grausame Tradition anzuprangern. Nachdem Tierschützer vor kurzem erst in einen verlassenen Marine-Park eindringen, erschüttert nun der nächste Skandal Japan. 

Tausende Delphine werden getötet

Die Art und Weise, wie die Tiere getötet werden, ist barbarisch. Die Fischer erzeugen mit langen Metallrohren unter Wasser Lärm, um die Sonare der Delfine zu stören und die Tiere so zu verwirren. Sie werden in die Bucht von Taiji getrieben und dort gefangen. Über Nacht lässt man sie in ihrem Gefängnis, um sie zu schwächen - bevor am nächsten Tag die Tortur weitergeht. Erst dann werden die Tiere eingefangen. Einige werden an Aquarien verkauft, andere vor Ort auf bestialische Weise getötet.

Vor knapp zehn Jahren werden mehr als 20.000 Delfine, darunter ganze Gruppen von Weibchen und Jungtieren, abgeschlachtet. Heutzutage sind die Zahlen zwar deutlich niedriger: In der Jagdsaision 2016/2017 - gefischt wird von Anfang September bis Ende März - werden insgesamt 1282 Delphine gefangen. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Sea Shepherd führt aus, dass „595 auf völlig barbarische Weise massakriert und 232 in Gefangenschaft verschleppt“ werden. In diesem Jahr steigt die Zahl allerdings wieder, denn in den ersten Tagen der Jagd wurden bereits 2040 Meeressäuger getötet.

Die Erklärungen der Fischer

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Die Tradition des Delfinfangs beginnt bereits 1960 - viele Fischer rechtfertigen die Jagd deshalb heute damit, es sei Kultur und Tradition. Andere nennen als Grund, dass die Delfine die ganzen Fische fressen, wodurch eine Fischknappheit enstehen würde. Nur deshalb seien sie gezwungen, die Delfine zu fangen und ihr Fleisch  zu essen. Dabei geben gerade einmal zwei Prozent der japanischen Bevölkerung an, Delfinfleisch zu verzehren...Hinzu kommt, dass ihr Fleisch den Menschen krank machen kann, da es viel Quecksilber enthält.

Viele Tiere werden auch an skrupellose Wasserparks und Aquarien auf der ganzen Welt verkauft. Pro Tier bekommen die Fischer umgerechnet 130.000 Euro. Dieses lukrative Geschäft wollen sich viele Fischer nicht entgehen lassen. Währenddessen präsentieren die Aquarien stolz ihre neuesten Bewohner und die Besucher erfreuen sich an den auf grausame Art gefangenen Delfinen.

Das Bewusstsein wächst

Japan erlaubt offiziell immer noch die Delfinjagd, was vielen NGOs ein Dorn im Auge ist. Doch ein erster Schritt ist gemacht: Dieses Jahr haben sich ganze acht japanische Dörfer gegen den Delfinfang ausgesprochen. Auch das Bewusstsein in der Bevölkerung und der Politik wird immer größer. Tierschützer engagieren sich weiterhin in dieser wichtigen Sache und sie raten von Besuchen in fragwürdigen Aquarien dringend ab.

Juliane Kretsch-Oppenhovel
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