Braucht mein Hund eine "Maulkorb-Maske"?

Es gilt als erwiesen, dass auch Tiere an Covid-19 erkranken können. Doch sind auch unsere Hunde davon betroffen? Und brauchen auch sie jetzt eine Maske?

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Auch weiterhin ist während des Lockdowns Gassi gehen mit dem Hund erlaubt - doch genau das kann für manche Leute zu herausfordernden Situationen führen. Ein Leser schildert gegenüber BR24 beispielsweise seine Bedenken:

Heute ist mir wieder mehrmals passiert (...), dass Hundebesitzer ihre Hunde mit langer Leine an mir schnuppern lassen. (...) Überall soll man derzeit Abstand halten aber gerade die Coronaübertragung durch Hundeschnauzen wird öffentlich gar nicht thematisiert. Zumindest sollten sich Hundebesitzer in diesen Zeiten im Klaren sein, dass der Abstand auch für Hunde und ihre feuchten Schnauzen gelten sollte, die ja nicht einmal mit einer Maske abgedeckt sind. Kommt noch die Maulkorbmaske?

Wie so viele geht dieser Leser davon aus, dass eine Übertragung auch vom Hund auf den Menschen geschehen kann. Doch für Haustiere besteht bislang keine Test-Pflicht. Für Corona-infizierte Tiere gilt hingegen eine Meldepflicht.

Das heißt konkret: Wenn ein Hund aus einem Haushalt, in dem Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, ebenfalls positiv getestet wird, so muss der Tierarzt dies an die Veterinär-Untersuchungsämter oder Tiergesundheitsämter melden. Doch warum ist das so?

"Wo hat der Hund denn seine Maske?"

Zwar besteht also keine Test-Pflicht, aber wenn es ein positives Testresultat vom Haustier gibt, eine Melde-Pflicht. Diese Meldepflicht soll dazu beitragen, einen Überblick zu erhalten und Informationen zu Ansteckungsszenarien zu gewinnen. Bei einem Corona-Test werden Tieren, übrigens wie beim Menschen auch, Rachen- oder Nasentupfer in die Schnauze gesteckt.

Seit der Meldepflicht ist es in Deutschland vier Mal vorgekommen, dass SARS-CoV-2 bei Hund und Katze nachgewiesen werden konnte. Es handelt sich hierbei um eine Katze und drei Hunde, wobei zwei dieser Hunde aus einem Haushalt stammen. Dabei kommen alle diese Tiere aus Haushalten, in denen Menschen an Covid-19 erkrankt waren.

Haustiere können aufatmen

Allerdings besteht kein Grund zur Beunruhigung, denn ausschlaggebend für die Verbreitung sei bei der Covid-19-Pandemie die Übertragung von Mensch zu Mensch, wie auch die Generaldirektion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommissionerklärt:

Es gibt derzeit keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Hunde und Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 auf den Menschen spielen. Trotz einzelner Infektionsfälle bei Hunden und Katzen gibt es darüber hinaus keinen wissenschaftlichen Beleg für die Annahme, dass Tiere, die von Menschen infiziert wurden, in der Epidemiologie der derzeitigen Covid19-Pandemie eine Rolle spielen. Covid19-Ausbrüche beim Menschen sind durch Mensch-zu-Mensch-Ansteckungen verursacht.

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Haustiere das Corona-Virus an Menschen weitergeben können. Denn es wird in den Tieren nicht ausreichend vermehrt, um für den Menschen ansteckend zu sein. Eine "Maulkorb-Maske" ist also weiterhin nicht nötig.