Bürgermeister macht Jagd auf Katzen legal

Vielerorts, auch bei uns in Deutschland, sind streunende Katzen ein Problem. Nicht nur für die Katzen selbst ist das Straßenleben gefährlich, sondern leider sind die süßen Streuner auch für die lokale Kleinwildfauna und den Artenschutz eine große Gefahr. Im Oktober hat jetzt der Bürgermeister einer Kleinstadt beschlossen, das Problem der herrenlosen Samtpfoten seiner Gemeinde auf seine Weise zu lösen - doch mit seinem Vorschlag sind besonders Tierschutzorganisationen gar nicht einverstanden!

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Seit Jahren schon schlagen Tierheime und Tierschutz-Organisationen in Frankreich Alarm, weil sie dem Problem der herrenlosen Katzen nicht mehr gewachsen sind. Die sich selbst überlassenen Tiere in Stadt und Land verwildern rasch, vermehren sich mit unwahrscheinlicher Geschwindigkeit und stellen eine nicht zu unterschätzende Bedrohung für Bodenbrüter, Nestlinge und Jungvögel dar.

Ein Leben in Elend und Misere

Einerseits erwartet die unkontrollierten Streuner ein Leben in Elend und Misere mit Krankheiten und Unfällen. Andererseits werden sie zu einer ernsten Bedrohung für die lokale Kleinwildfauna wie Vögel, Echsen, Insekten und Nager.

Daher appellieren Tierschutz-Organisation schon lange zur freiwilligen Kastration von Hauskatzen, um die Schar der Streuner durch Freigänger und ausgesetzte Tiere nicht noch zu vergrößern, die unkontrollierte Vermehrung in den Griff zu bekommen und so dem beunruhigenden Problem verwilderter Katzen ein Ende zu bereiten.

Reinen Tisch machen

Den Bürgermeistern mancher Gemeinden scheint diese Lösung weder wirksam genug zu sein, noch schnell genug zu gehen. Sie geben radikaleren Mitteln als Kastration und Appel ans Verantwortungsbewusstsein der Katzenhalter den Vorrang. So hat jetzt beispielsweise der Bürgermeister der französischen Stadt Técou im Tarn eine Entscheidung getroffen, die sämtliche Tierschützer der Gegend auf die Barrikaden treibt.

Der amtierende Bürgermeister der französischen Kleinstadt hat ein Dekret erlassen, das die Jäger der Stadt dazu ermächtigt, in der Gegend streunenden Katzen durch Abschuss und Fallen nachzustellen. Mit dem am 13. Oktober erlassenen Dekret wird herrenlosen Katzen ihr bisher schon nicht leichtes Leben noch schwerer gemacht.

Blutrünstige Jäger haben somit freie Hand, den unerwünschten Samtpfoten der Stadt mit Schrotflinten und Fallen nachzustellen. Die Mitglieder der städtischen Jagdgesellschaft haben sich auch nicht lange bitten lassen, um dem Gesuch des Bürgermeisters nachzukommen. Vor allem jetzt, in der Jagdzeit, setzen sie den Samtpfoten gnadenlos zu. Und das ohne große Unterschiede zu machen.

Jagd auf Katzen?

Die Anwohner der Gemeinde scheinen nicht gerade glücklich über den Beschluss zu sein. Einige sind so entsetzt, dass sie sich beim Gemeinderat beschwert haben. Dieser versucht sie zu beschwichtigen, indem er erklärt, die gefangenen Katzen würden nach 48 Stunden ins nächste Tierheim gebracht.

Doch das entsprechende Tierheim will davon nichts gewusst haben. Es gibt an, vom Bürgermeister nicht über den Beschluss informiert worden zu sein und außerdem gar keinen Kapazitäten für all die gefangenen herrenlosen Katzen zu haben. Es erinnert noch einmal daran: „Diese Tiere dürfen nur dann ins Tierheim gebracht werden, wenn das vom französischen Landwirtschaftsgesetz vorgeschriebenen Programm zur Identifizierung und Kastration vor Ort nicht durchgeführt werden kann.“

Die Tierschutzorganisation One Voice hat angesichts dieser Sachlage beschlossen, beim Verwaltungsgericht von Toulouse Klage einzureichen, um der Katzenjagd ein Ende zu bereiten.