Corona-Forschung: Kein Impfstoff ohne Tierversuche
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Corona-Forschung: Kein Impfstoff ohne Tierversuche

Von Maximilian Vogel

In der Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff, vergessen viele, dass für die Forschung Tierversuche durchgeführt werden. Der Berliner Forscher Emanuel Wyler erklärt, warum sie unerlässlich für die Forschung sind.

Es ist ein emotionales und viel diskutiertes Thema: Tierversuche. Während viele Menschen hoffen, dass es bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, damit wieder Normalität in unser Leben zurückkommt, vergessen sie dabei häufig, dass kaum ein neuer Impfstoff ohne Tierversuche einhergeht.

Pferde dienen Forschungszwecken gegen Covid-19, indem ihnen ein Virusprotein gespritzt wird. Aber auch zahlreiche Haie sollen für Impfstoffe daran glauben. Auch in Deutschland sind Tierversuche bei dem Kampf gegen die Corona-Pandemie unverzichtbar, so Experten.

Hamster werden mit dem Coronavirus infiziert

Während sich Organisationen wie PETA und "Ärzte gegen Tierversuche" ganz klar dagegen aussprechen, hält die Initiative "Tierversuche verstehen", zu der unter anderem die Fraunhofer und die Max-Planck-Gesellschaft gehören, weiterhin daran fest.

Und so wurden bereits zahlreiche Tests an Hamstern und Affen durchgeführt, um endlich einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 zu finden. In einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung schreibt der Forscher Emanuel Wyler vom Berliner Max-Delbrück-Centrum, dass es wichtig sei, den zeitlichen Verlauf der Krankheit nachvollziehen und damit behandeln zu können.

In einem Tierversuch kann die Infektion kontrolliert stattfinden, zu einem exakt definierten Zeitpunkt. Man kann den gesamten Verlauf der Krankheit dann im ganzen Körper nachverfolgen.
Corona-Forschung ist leider ohne Tierversuche nicht möglich, so Experten.  Adam Gault@Getty Images

Tierversuche werden vom Staat kontrolliert

Vor allem Hamster lassen sich, laut Wyler, ohne weiteres mit dem Virus infizieren. Berliner Wissenschaftsinstitutionen versuchen in einem gemeinsamen Projekt herauszufinden, was in Lunge und Blut des infizierten Tieres passiert. Der Forscher stellt aber klar:

Tierversuche werden generell sehr genau überwacht, und es muss im Detail erklärt werden, was mit den Tieren geschieht und warum.

Hierfür sei das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales zuständig. Zudem gebe es innerhalb der jeweiligen Institutionen Tierschutzbeauftragte, die dafür sorgen, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.

Auch in Zukunft wird an Tieren getestet

Diese staatliche Kontrolle führe dazu, dass Tierversuche als letzte Instanz angesehen werden. Dennoch werden Impfstoffe und Medikamente, die zur Bekämpfung einer Corona-Infektion in Frage kommen, auch weiterhin an Nagetieren und Affen getestet werden, sagt Wyler.

In der Corona-Forschung werde es auch in Zukunft notwendig sein, an Tieren zu testen. "Dieser Tatsache muss man sich stellen und verantwortlich damit umgehen – als Forscher und als Bürger."


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