Corona: Müssen unsere infizierten Haustiere künftig eingeschläfert werden?
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Corona: Müssen unsere infizierten Haustiere künftig eingeschläfert werden?

Von Lisa Fehrs

Der Schock sitzt tief. Bereits in zwei Fällen wurde nun auch bei deutschen Haustieren der Corona-Virus nachgewiesen. Doch was bedeutet das für die knapp 31 Millionen deutschen Tierbesitzer konkret?

Zum ersten Mal wurden jetzt auch bei einer Katze aus Frankfurt am Main Antikörper im Blut entdeckt. Zuvor wurde der erste Fall in Deutschland bekannt, als ein Schäferhund aus München sich den Virus eingefangen hatte.

Noch wenige Fälle bekannt

Der Deutschen Presse-Agentur gegenüber erklärt Thomas Mettenleiter, der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald nun, dass Haustiere bei der Verbreitung des Corona-Virus keine Rolle zu spielen scheinen.

Diese Pandemie spielt sich zwischen Menschen ab.

Die Fallzahlen von betroffenen Tieren sind nicht mit den vielen Millionen coronainfizierten Menschen zu vergleichen.

Katzen anfälliger als Hunde

So gibt es laut der Weltorganisation für Tiergesundheit weltweit bislang nur etwa 70 nachgewiesene Infektionen bei Haustieren. Davon sind zwei Drittel Katzen und nur ein Drittel Hunde. Doch auch Fälle mit Frettchen, Katzen, Kaninchen und Goldhamstern sind bekannt. Meerschweinchen hingegen ließen sich nicht anstecken.

Lockdown bei Frauchen

So betont der Experte für Virologie und Tiergesundheit, dass die aktuelle Pandemie keine Gefahr für unsere Vierbeiner darstellt. Haustiere dürfen trotz Erkrankung und Quarantäne der Besitzer zu Hause bleiben. Außerdem scheint sich der Virus bei Tieren ganz anders zu äußern als beim Menschen.

Auch im Lockdown können unsere tierischen Freunde zu Hause bleiben knape @ Getty Images

Falls du dich tatsächlich in Quarantäne begeben musst, denke aber bitte unbedingt daran, einen Notfallplan zu entwickeln. Dazu gehört es, dir einen ausreichenden Vorrat an Tierfutter und Medikamenten anzulegen und dir gegebenenfalls Unterstützung bei der Tierbetreuung zu suchen.

Umgekehrte Ansteckung ist nicht wahrscheinlich

Eine Möglichkeit der Übertragung vom Haustier auf den Menschen ist bisher eher auszuschließen. Eine Ausnahme scheinen hingegen Frettchen und Nerze darzustellen. So mussten zuletzt mehrere Millionen Nerze in dänischen Pelzfarmen getötet werden.

Vorsicht weiterhin geboten

Laut der WHO wird der Erreger wohl tatsächlich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion zwischen Menschen übertragen. Der Kontakt von gesunden Menschen zu ihren Haustieren muss nach Einschätzung Mettenleiters nicht eingeschränkt werden.

Dennoch rät er infizierten Frauchen und Herrchen dazu, einen Mundschutz zu tragen und sich sorgfältig die Hände zu waschen. Bei einer Infektion des Besitzers kann es außerdem nicht schaden auch zum Tier Abstand zu halten.

Gassigehen ohne Risiko

Auch beim Gassigehen gelten in Corona-Zeiten gewisse Regeln ferrantraite @ Getty Images

Unterstützt dich jemand bei deiner Hundebetreuung? Dann ist es wichtig eine zusätzliche Leine zu benutzen. So kann ausgeschlossen werden, dass sich der Virus vom Hundehalter auf den Gassigeher (oder umgekehrt) überträgt.

Entwarnung für Tierfreunde

So können Experten die besorgten Tierhalter insgesamt beruhigen. Auch bei einer vorliegenden Infektion beim Haustier, gibt es keinen Grund dieses einzuschläfern. Wichtig: ein Mundschutz ist bei unseren Fellnasen nicht angebracht und verstößt vielmehr gegen das Tierwohl.

Auch Haustiere müssen gemeldet werden

Jedoch ist es seit dem Sommer verpflichtend, Corona-Infektionen auch bei den vierbeinigen Haushaltsmitgliedern unverzüglich zu melden. Dies kann bei Tierärzten oder Veterinärbehörden gemacht werden. Ein Test ist hingegen nicht nötig.


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