Die Hummel - lebenswichtig für unsere Natur und vom Aussterben bedroht

Die Hummel - lebenswichtig für unsere Natur und vom Aussterben bedroht

Oft steht die Hummel im Schatten der Biene. Wir widmen ihr die gebührende Aufmerksamkeit – gerade weil auch die Hummel vom Insektensterben betroffen ist.

Die Hummel – auf Latein „Bombus“ – gehört wie die Honigbiene zur Familie der Apidae – der „echten Bienen“. Auch die verschiedenen Hummelarten ernähren sich vom Nektar der Blüten und sammeln Pollen, um damit ihre Larven zu füttern.

Hummel oder Biene?

Hummeln sind äußerst nützliche Tiere für Fauna und Flora, da sie dabei helfen, die Pflanzen zu bestäuben. Sie sind stämmiger und behaarter als Wild- oder Hausbienen. Hummelvölker gründen sich jedes Jahr neu, während ein Bienenvolk dauerhaft zusammenbleibt.

Durch Vibration der Brustmuskulatur kann die Hummel ihre eigene Körperwärme produzieren und deshalb schon ab 5 Grad Celsius wieder munter durch die Lüfte fliegen. Die Biene wagt sich erst ab 10 Grad wieder nach draußen. Zwischen Hummeln und Bienen gibt es also präzise morphologische und biologische Unterschiede!

Der Hummelstaat

Ein Hummelvolk überlebt in Europa  nur einen Sommer und ist meist im September abgestorben. Es überwintern nur die befruchteten Jungköniginnen. Im Frühjahr beginnen sie, in einem Baum, einem Loch im Boden oder einem Mooshaufen ein Nest zu bauen und somit einen neuen Staat zu gründen. Ein Hummelvolk kann je nach Art aus bis zu 600 Tieren bestehen – die meisten davon sind Arbeiterinnen. Neben der Königin gibt es einige Jungköniginnen und Männchen, die wie bei den Bienen Drohnen genannt werden.

Hummeln und Tomaten – eine große Liebe

Die Hummel gehört neben Honigbienen und Fliegen zu den wichtigsten Bestäuberinsekten. Täglich fliegt sie in bis zu 18 Stunden etwa 1.000 Blüten an, um Nahrung zu suchen. Einige Pflanzenarten wie die Tomate werden fast ausschließlich von Hummeln bestäubt. Denn die Pollenkörner lösen sich nur durch das sogenannte „Vibrationssammeln“ aus den reifen Tomatenblüten: Die Hummel hängt sich an eine Blüte und erzeugt durch Flügelschläge Vibrationen, welche die Pollen freisetzen.

Mit Zitronensaft gegen Hummelstiche

Als enge Verwandte der Biene haben auch die weiblichen Hummeln einen Stachel, stechen aber äußerst selten. Da der Stachel – nicht wie bei der Biene – keine Widerhaken hat, können Hummeln ihn wieder zurückziehen und unter Umständen erneut stechen.

Bei einem Stich wird eine geringe Menge Gift in den Körper gepumpt, was zu einem kurzen Brennen führt. Die Einstichstelle schwillt an und beginnt zu jucken, was mehrere Tage anhalten kann. Gegen den Schmerz helfen bestimmte Hausmittelchen: Ihr könnt eine frisch geschnittene Zwiebel auf die Einstichstelle legen oder sie mit Zitronensaft betupfen.

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Nur etwa 1 Prozent der Menschen reagiert auf das Gift allergisch. Sofort ins Krankenhaus fahren sollte man allerdings, wenn die Hummel in Mund oder Rachen gestochen hat. Hier besteht die Gefahr, dass die Atemwege blockiert werden.

Der Hummel geht der Lebensraum aus

Leider gehen die Hummelbestände zurück – ein trauriges Schicksal, das die Hummeln mit den meisten anderen Bestäuberinsekten teilen. Schuld daran ist die intensive Landwirtschaft, die ihre Lebensräume beeinträchtig oder gar zerstört. Pestizide, von denen Glyphosat heute das berühmteste Beispiel ist, sind Gift für Hummeln.

Wenn ihr Hummeln eine Heimat geben wollt, dann sorgt für einen mit verschiedenen Blumen bunt bepflanzten, nicht zu sehr zurechtgestutzten Garten. Lasst das Gras ruhig ein bisschen höher wachsen und schneidet Hecken und Sträucher nicht zu oft – denn hier bauen sich die Hummeln gerne ihr Nest.

Lucia Salomon
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