Diese seltene Tierart ist der größte Verlierer der Corona-Krise
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Diese seltene Tierart ist der größte Verlierer der Corona-Krise

Eine Tierart ist grundlos zum Sündenbock in der Corona-Krise geworden. Wie konnte es dazu kommen? Und was bedeutet das für ihre Zukunft? Die Einschätzungen der Experten könnten unterschiedlicher nicht ausfallen.

Sie sind die großen tierischen Verlierer der Corona-Krise: Schuppentiere (oder auch Tannenzapfentiere / Pangoline). Schon zuvor werden sie Opfer von illegalem und nicht nachhaltigem Wildtierhandel. Doch seit dem Beginn der Pandemie stehen sie ganz oben auf der schwarzen Liste. Wie konnten die harmlosen Tiere zum Sündenbock in der Corona-Epidemie werden?

Schuppentiere verantwortlich für Corona-Ausbruch?

Gleich zu Beginn der ersten Covid-19-Fälle stellen Wissenschaftler fest, dass Schuppentiere ähnliche Coronaviren aufweisen, wie jene, die nun den Menschen befallen. Die Frage liegt auf der Hand: Funktionieren die Schuppentiere in der Infektionskette also als sogenannte Zwischenwirte?

Tatsächlich können Wissenschaftler bislang noch nicht nachweisen, dass die seltenen Tiere für die ersten Infektionen von Menschen verantwortlich gemacht werden können. Klar ist bis jetzt lediglich: Fledermäuse tragen die ursprüngliche Version des Virus in sich. Wie es von ihnen auf uns übertragen werden konnte, ist noch unklar.

Grundlos zum Sündenbock erklärt

Dazu kommt, dass Coronaviren in der Tierwelt alles andere als selten sind. Die Ähnlichkeit der Viren in Tannenzapfentieren und in Menschen kann also Zufall sein. Nach langen Untersuchungen legen sich sogar Top-Virologen wie Prof. Christian Drosten fest. Der Hype um die Schuppentier-Theorie scheint unbegründet.

Dementsprechend sprachlos sind Tierschützer, dass Tannenzapfentiere angesichts des erneuten schlagartigen Anstiegs von Covid-19-Fällen in Peking wieder ins Gespräch kommen. Ganz offensichtlich werden sie ihren schlechten Ruf nicht los. Und so unklar, wie es ist, ob Schuppentiere Schuld an der Corona-Pandemie haben, genauso offen ist ihr Zukunft.

Unklare Zukunft für Schuppentiere

Die Spekulationen um den Verbleib der Tannenzapfentiere könnten unterschiedlicher nicht sein. Manche Experten gehen davon aus, dass ihre in den Medien ausgeführte Verbindung zu Sars-Cov-2 Wilderer abschrecken wird, sie weiterhin zu jagen. Über Umwege könnten Schuppentiere so langfristig von der Corona-Unterstellung profitieren. Dazu kommt, dass die chinesische Regierung ankündigt, härter gegen den riesigen Markt des illegalen Wildtierhandels vorzugehen.

Negativere Einschätzungen befürchten, dass die wirtschaftliche Krise ärmere Teile der Bevölkerung zur Wilderei zwingt. Schuppentiere sind schließlich ein lukrativer Fang. Könnte ihre Jagd aufgrund des Übertragungs-Verdachts vielleicht sogar legitimiert werden? All das sind Fragen, für dessen Antworten es abzuwarten gilt. Doch eines ist sicher. Stand jetzt, sind Schuppentiere die großen Verlierer der Corona-Krise.

Von Sarah Kirsch
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