Weil es mehr Plastik als Fische zum Fressen gibt: Robbenbaby erstickt qualvoll an Plastikmüll
Weil es mehr Plastik als Fische zum Fressen gibt: Robbenbaby erstickt qualvoll an Plastikmüll
Weil es mehr Plastik als Fische zum Fressen gibt: Robbenbaby erstickt qualvoll an Plastikmüll
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Weil es mehr Plastik als Fische zum Fressen gibt: Robbenbaby erstickt qualvoll an Plastikmüll

Von Sarah Kirsch

Auf der Insel Skye in Schottland wurde eine junge Robbe gefunden, die grausam erstickt ist. Doch es handelt sich um keinen Einzelfall, sondern um ein Phänomen, das der Menschheit eine Warnung sein sollte.

Ein einziges Plastikmüllteil genügt schon, um dem Leben einer Robbe ein Ende zu setzen. Dieses arme Robbenbaby musste die bittere Erfahrung machen und ist auf der schottischen Insel Skye verendet.

Autopsie

Der tote Körper des gestrandeten Tieres wird von der Organisation Scottish Marine Animal Stranding Scheme seziert, einem mit offiziellen Mitteln finanzierten Forschungsprojekt zur Untersuchung gestrandeter Meeressäugetiere.

Der Tierarzt Andrew Brownlow, der das Projekt leitet, hat die Fotos seiner Untersuchungsergebnisse auf Facebook veröffentlicht (s. Video).

Eine eher seltene Todesursache für Robben

Die Obduktion der jungen Robbe hat ergeben, dass sie um die acht bis 12 Monate alt gewesen sein muss. Der Tierarzt war überrascht, Plastik im Magen des Tiers zu finden. Es kommt leider häufiger vor, dass Robben Fischernetzen zum Opfer fallen, doch im Meer treibender Plastikmüll als Todesursache ist eher selten, wie Dr. Brownlow erklärt:

Das Verschlucken von Plastik kommt bei Walen und Robben eher selten vor. Diese Tiere sind intelligent und können Plastik von Beute unterscheiden.

Der traurige Vorfall verdeutlicht die massive Verschmutzung der Weltmeere und des Meeresbodens. Selbst die intelligentesten Meerestiere sind jetzt schon davon betroffen - und die Vorfälle, bei denen Wale oder andere Meerestiere am Plastik verenden, häufen sich bedrohlich.

Ein langsamer und qualvoller Tod

Die Autopsie hat ergeben, dass das verschluckte Plastikteil nicht die eigentliche Todesursache der Robbe war. Das Tier war schon autolysiert, dehydriert und abgemagert, was zeigt, dass es schon krank war und kurz vor seinem Tod länger nichts mehr gefressen hatte. An seinem Körper gab es Anzeichen für Sepsis und Parasiten, doch kein Trauma.

Das Plastikteil hat seinen langsamen und qualvollen Tod also nur beschleunigt, indem es die Magenwand beschädigt hat und Darmbakterien ins Blut eindringen ließ. Gestorben wäre die kleine Robbe so oder so.

Die traurige Schlussfolgerung des Ganzen ist, dass die Robben in unseren Meeren und Ozeanen schon jetzt mehr Plastik als Fische zu Fressen haben. Die Menschen verschmutzen ihren Lebensraum immer mehr und fischen ihnen die Nahrung vor der Nase weg.

Nach Angaben des Tierarztes ernähren sich mehr als 700 Arten von Plastik, weil sie es für Futter halten. Das Plastik perforiert ihnen dann den Magen und lässt sie qualvoll verhungern.


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