Darum darfst du ein Rehkitz nie streicheln, wenn du im Wald einem begegnest
Darum darfst du ein Rehkitz nie streicheln, wenn du im Wald einem begegnest
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Darum darfst du ein Rehkitz nie streicheln, wenn du im Wald einem begegnest

Im Frühling und Sommer findet man im Wald als Spaziergänger nicht selten junge Rehkitze, die ohne ihre Mutter verloren gegangen zu sein scheinen. Doch wir erklären dir, warum du das Kitz auf gar keinen Fall streicheln, berühren oder mitnehmen darfst.

Hast du das gewusst? Im Monat Mai ist die Geburtsaison von Hirschen und Rehen. Wer zu dieser Jahreszeit gerne im Wald spazieren oder wandern geht, der hat gute Chancen, dass er eines Tages zufällig auf ein junges Kitz trifft, das sich im Gras eingekuschelt hat. Das kleine Tier bleibt starr auf dem Boden liegen und flieht nicht, wenn man sich ihm nähert. Das Problem: Es scheint ganz alleine zu sein. Die Eltern sind weit und breit nicht zu sehen.

Junges Rehkitz ohne seine Mutter  Christian Cyfus / EyeEm@Getty Images

Ist das Rehkitz wirklich ausgesetzt?

Natürlich ist der erste Gedanke des wohlgesinnten Spaziergängers folgender: Das Kitz ist mit Sicherheit verloren gegangen oder verlassen worden. Und genau da wird ein großer Fehler begangen, der folgenschwere Konsequenzen für das Tier haben kann.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass man ein allein gelassenes Kitz niemals berühren darf. Das junge Tier nimmt damit den Geruch des Menschen an und seine Mutter, Hirsch- oder Rehkuh, werden es nicht wiedererkennen und es zurücklassen. Wer ein Kitz berührt, verurteilt es damit gewissermaßen zum Tode.

Nahrungssuche

Das ist aber noch nicht alles. Wichtig ist auch zu wissen, dass ein Kitz, das alleine inmitten des Waldes liegt, in Wahrheit überhaupt nicht verwaist ist. Während der ersten Lebenstage begleitet die Mutter ihr Kitz nicht die ganze Zeit. Sie lässt es auch mal ein paar Stunden alleine, während sie auf Nahrungssuche geht.

Das kleine Tier liegt also alleine im Wald und instinktiv bleibt es komplett starr liegen. Sein Fell hilft ihm dabei, sich perfekt zu tarnen, um somit Gefahren zu entgehen. Jährlich werden in Tierpflegestellen mehrere junge Kitze von Spaziergängern abgegeben, die aus guter Absicht die kleinen Tiere retten wollen, ohne jedoch zu wissen, dass sie damit der Hirsch- oder Rehkuh ihr Junges gestohlen haben.

Die Ruhe bewahren

Auch wenn die Kitze in einer Tierpflegestation die bestmögliche Pflege bekommen, wird das Tier in den ersten Lebenswochen von Menschenhand aufgezogen, was es schwierig macht, es später wieder in die Natur auszusetzen.

Wer auf ein Kitz stößt und wirklich Sorgen über seinen Gesundheitszustand hat, sollte zunächst den örtlichen Tierschutzverein anrufen, bevor man eigenständig und eventuell falsch handelt.

Von Sarah Kirsch

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