Französische Landwirte fordern Abschuss von Dachsen
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Französische Landwirte fordern Abschuss von Dachsen

In Frankreich sind mehrere Landwirte auf die Barrikaden gegangen. Der Grund: Ein kleines Säugetier, das auch hierzulande beheimatet ist: der Dachs. Die Tierzüchter zeigen sich verärgert, weil der Dachs Überträger von Rindertuberkulose ist.

Alle Dachse erschießen, weil sie vielleicht eine Krankheit auf Rinder übertragen könnten? Das fordern jedenfalls die Landwirte in der französischen Region Lot-et-Garonne. Ihre Begründung ist, dass das kleine Raubtier Überträger von Rindertuberkulose ist, die, wie Tuberkulose beim Menschen, für Rinder tödlich enden kann, sofern die Krankheit beim betroffenen Tier ausbricht.

Am 27. Februar 2018 hatten Landwirte im Rahmen einer Sitzung der französischen Landwirtschaftskammer lange über diese Krankheit und den Dachs, der die Krankheit überträgt, debattiert. Das im Wald lebende Tier mit dem schwarz-weißen Fell kann diejenigen Bakterien übertragen, die für den Ausbruch von Rindertuberkulose verantwortlich sind.

Wird bei einem Zuchttier Tuberkulose festgestellt, so wird als Vorsichtsmaßnahme die komplette Herde, der das erkrankte Tier angehört, geschlachtet - egal, ob die anderen Tiere erkrankt sind oder nicht. Es könnte auch nur ein Teil der Herde geschlachtet werden, doch der Druck ist laut Viehzüchtern zu groß.

Aufgrund der vorliegenden Situation hat der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer eine vorschnelle und unüberlegte Entscheidung getroffen: Alle Dachse der betroffenen Region sollen erlegt werden. In Frankreich können Dachse von Mitte Dezember bis zum 15. Januar gejagt werden. In anderen Regionen Frankreichs können die Tiere sogar nach Entscheid des Präfekts schon ab dem 15. Mai getötet werden, zu dieser Zeit sind die Jungtiere jedoch noch abhängig von ihrer Mutter.

Doch die Jagd wird sich wohl als kompliziert darstellen, da die kleinen Raubtiere nachtaktiv sind. Außerdem zögern die Jäger, ihre Hunde einzusetzen, da der Dachs den Tuberkuloseerreger auch auf die Hunde übertragen kann, für die die Infektion ebenso tödlich endet.

Eine andere Möglichkeit wäre es, den wilden Tieren einen Köder mit einem Impfstoff gegen Tuberkulose auszulegen, eine Art und Weise, mit der auch gegen Tollwut vorgegangen wird. Diese Methode wäre jedenfalls durchdachter als blind alle Dachse der Region zu töten.

Von der Redaktion

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