"Für das Reiten schlimmer als Corona": Angst vor Pferde-Pandemie!
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"Für das Reiten schlimmer als Corona": Angst vor Pferde-Pandemie!

Von Lisa Fehrs

Im Reitsport geht die Angst vor einer Pandemie um - mehrere Pferde sind in Valencia bereits an einem Herpes-Virus gestorben. Nun steht der gesamte Reitsport auf dem Spiel, da sich das Virus rasend schnell verbreitet...

Als wäre die Lage weltweit durch Covid-19 nicht ohnehin schon Herausforderung genug, bricht über den Reitsport jetzt noch ein weiteres Unheil in Form eines anderen Virus herein: EHV-1, das Herpes-Virus. Und das sei "für das Reiten schlimmer als Corona", wie Axel Milkau gegenüber NDR.de erklärt. Nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sind bei der abgebrochenen CES Tour in Valencia bisher vier Pferde aus deutschen Ställen verendet.

Kriegsähnliche Zustände in Valencia

Milkau, Turnierchef des internationalen Hallenreitturniers Braunschweig Classico, das wegen der Corona-Pandemie für 2021 abgesagt worden ist, übt in einem Internet-Post massive Kritik gegenüber dem Weltverband FEI, dem spanischen Verband sowie dem Veranstalter bezüglich deren Umgang mit dem Herpes-Virus aus. Das Turnier mit über 1.000 Pferden musste abgebrochen werden, nachdem sich mehr als 80 Tiere angesteckt hatten. Die Mutter einer jungen Teilnehmerin berichtet gegenüber der Ostsee-Zeitung:

Es ist ganz furchtbar hier, wie im Krieg. Es wird jetzt großflächig getestet und die Pferde je nach Gesundheitszustand voneinander getrennt. Eine ganze Heerschar von Tierärzten bemüht sich um die Pferde. Es werden Zelte eingeflogen um mehr Platz zu schaffen.

Milkau spricht von einem "Totalversagen" beim Krisenmanagement. Anscheinend hatte man erst angefangen zu testen, als die Zahl fiebriger Pferde schon sehr fortgeschritten war. Da war es für viele Tiere leider schon zu spät. Gegenüber NDR.de wählt er ebenfalls sehr deutliche Worte für das, was sich derzeit auf dem Reitsport-Gelände in Valencia abspielt:

Es ist der Vorhof zur Hölle. Die Lage dort ist erdrückend, sie ist furchtbar.

Es gebe laut Milkau nur eine medizinische Unterversorgung für die Tiere und es fehle außerdem an Personal: "Es ist eine Lagerhaltung dort, in der das hochinfektiöse Virus grassiert. Da bleibt Aggressivität nicht aus, denn jeder kämpft um das Leben seiner Tiere. Es ist eine explosive Mischung."

Kein Turnierbetrieb bis 28. März

Die FEI reagiert und sagt nun alle internationalen Turniere in Deutschland und in neun weiteren Ländern bis zum 28. März ab. Auch die FN setzt die nationalen Turniere bis zum selben Datum aus. Ausgehend von Valencia sei das Virus laut FEI aber schon in mindestens drei weiteren europäischen Ländern nachgewiesen worden.

Laut FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez sei der Ausbruch "wahrscheinlich der schlimmste in Europa seit vielen Jahrzehnten". Und weiter: "Dieser EHV-1-Stamm ist besonders aggressiv und hat bereits Todesfälle bei Pferden und eine sehr große Anzahl von schweren klinischen Fällen verursacht." Auf Menschen überträgt sich das Virus allerdings nicht. Tierärzte fordern alle Pferdehalter auf, ihre Pferde nun erst recht gegen Herpes zu impfen.


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