Für Spenderorgan: Forscher züchten Mensch-Tier Hybride im Labor
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Für Spenderorgan: Forscher züchten Mensch-Tier Hybride im Labor

Japanische Forscher bestürzen die Welt der Wissenschaft. Im Labor züchten sie Mischwesen aus Mensch und Tier, um in diesen Spenderorgane heranwachsen zu lassen. Die Menschheit steht vor einer gewaltigen Entscheidung!

In Deutschland warten aktuell rund 9.000 Menschen auf eine Organtransplantation, wie genialetricks.com berichtet. Jeden Tag sterben hierzulande mehrere dieser Patienten, da sie nicht rechtzeitig an eines der so dringend benötigten Organe gekommen sind.

Vor Kurzem richtet sich der Fokus erneut auf die Debatte, als Gesundheitsminister Jens Spahn vorschlägt, jeden Bürger der Bundesrepublik zum potentiellen Spender zu erklären. Doch selbst wenn dieser Vorschlag in die Tat umgesetzt würde, zweifeln Mediziner, dass er dadurch das Problem fehlender Organe restlos beenden kann.

Forscher züchten Mensch-Tier-Hybride

Nun offenbaren japanische Forscher, ein höchst umstrittenes Experiment durchzuführen, dass eher nach einem Science-Fiction-Film klingt, als nach der Realität: Sie züchten Hybride aus Mensch und Tier, um in ihnen Ersatzorgane zu züchten.

Im vergangenen Jahr macht die japanische Regierung den Weg für Untersuchungen an "Chimären", also Mischwesen, frei. Für ihre Zwecke pflanzen die Forscher nun menschliche Zellen in Tier-Embryonen ein. Das Ziel: In ihnen sollen Organe heranwachsen, die im nächsten Schritt in einen "vollwertigen" Menschen transplantiert werden.

Experimente sorgen für Aufschrei

Bereits in der Vergangenheit wurde probiert, beispielsweise Schweine mit einem menschlichen Herzen im Labor zu erschaffen. Außerdem wurden menschliche Zellen in die Gehirne von Mäusen eingesetzt, die daraufhin deutlich sichtbar intelligenter als ihre Artgenossen waren. Doch die neuen Experimente rund um den Forscher Nakauchi setzten dem Ganzen noch einen drauf - die Welt der Wissenschaft schreit entgeistert auf.

Der menschliche Anteil in Nakauchis Chimären ist deutlich höher! Unsere Zellen könnten im Umkehrschluss neben den betroffenen Organen auch in anderen Körperteilen auftauchen. Der Begriff "Mischwesen" ist also angebrachter denn je. Die Experimente treffen auf starken Gegenwind: Müsste unsere Moral nicht solche Versuche verbieten?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine klare Meinung:

Mit der Züchtung von Mensch-Tier-Wesen wird eine Grenze überschritten, die wir als Menschen nicht überschreiten dürfen.

Andere Wissenschaftler sehen das ähnlich. Das Verwerfliche: Um an die embryonalen Stammzellen zu gelangen, die es für die Chimären braucht, müssen menschliche Embryonen sterben.

Versuche können außer Kontrolle geraten

Zu den moralischen Einwänden kommt dazu, dass die Forschung aktuell noch nicht in der Lage ist zu steuern, wo sich die menschlichen Zellen im Tierkörper ansiedeln. Laufen schon bald Tiere mit menschlichen Eigenschaften munter durch die Gegend? Für die meisten Experten ist das Risiko unkontrollierter Ergebnisse der Mischwesen-Experimente zu hoch.

Ob Fluch oder Segen für die Organtransplantationen, das wird sich wohl noch zeigen. Klar ist: Sobald die ersten Chimäre durch unsere Welt spazieren, steht die Menschheit vor gigantischen Herausforderungen. Welche Rechte können diesen Wesen zugesprochen werden? Was ist der Begriff "Tier" noch wert? Oder unser eigenes Leben? Alles Fragen, über die sich Ethiker in Zukunft den Kopf zerbrechen werden müssen.

Von Sarah Kirsch

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