Gegen Tollwut, Covid-19 & Co.: Wildtiere sollen geimpft werden!
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Gegen Tollwut, Covid-19 & Co.: Wildtiere sollen geimpft werden!

Zoonose kann Pandemien auslösen, wie wir sie zurzeit erleben. Der Welt-Tollwut-Tag am 28. September soll uns in Erinnerung rufen, dass Tollwut und zahlreiche andere virenbedingte Bedrohungen aus der Tierwelt den Menschen in Gefahr bringen und dringend einer Lösung bedürfen.

Deutschland gilt seit 28. September 2008 offiziell als tollwutfrei - das sind dieses Jahr bereits zwölf Jahre. In anderen Ländern herrscht jedoch noch akute Gefahr. Laut WHO sterben jährlich 59.000 Menschen daran, denn wenn binnen einiger Stunden nach dem Biss eines tollwütigen Tieres nicht geimpft wird, verläuft die Krankheit immer tödlich.

Tollwut ist in Asien und Afrika noch weit verbreitet.  Michael Zaenkert / EyeEm@Getty Images

Welt-Tollwut-Tag: Gefahr von Zoonose bewusst machen

Der Welt-Tollwut-Tag am 28. September soll die Gefahr bewusst machen. Keine fremden Tiere streicheln, auch wenn der streunende Hund oder die zutrauliche Katze noch so süß ist, wie das bei diesem Mann der Fall ist... Zudem gibt es weiterhin genug virenbedingte Bedrohungen aus der Tierwelt, wie uns die aktuelle Pandemie durch Covid-19 weltweit vor Augen führt. Hier erklären wir alle Begriffe rund um das Coronavirus.

Zoonotische Viren stammen meist von Wildtieren. Die U.S. Agency for International Development hat mit ihrem Pandemie-Frühwarnsystem PREDICT festgestellt, dass sich in einem Zeitraum von zehn Jahren über 1.000 neue Viren in Wildtieren entwickelt haben, die potentiell auf uns Menschen überspringen können.

Impfung von Wildtieren

Aus diesem Grund überlegen Wissenschaftler bereits seit Jahrzehnten, wie man zukünftigen Übertragungen auf den Menschen Einhalt gebieten kann. Die Impfung von Wildtieren wird schon lange diskutiert, doch bisher brachte diese immer nur die Immunisierung eines einzelnen Tieres durch Köderimpfstoffe. Bei Füchsen und Waschbären hat dies bisher gut funktioniert, wie Spektrum ausführt.

Die Reichweite ist dabei jedoch in den meisten Fällen viel zu gering, denn zahlreiche Tiere fressen keine Köder - wie beispielsweise die Fledermaus -, andere Populationen sind zu groß, um damit die Gefahr für den Menschen zu bannen.

Impfstoffe, die sich selbst verbreiten

Wissenschaftler arbeiten daher an selbstverbreitenden Impfstoffen, um Herdenimmunität zu erzeugen. Dabei gibt es zwei Ansätze, die die Hoffnung geben, Zoonose in Zukunft zu stoppen.

Übertragbare Impfstoffe könnten weitreichender funktionieren, denn dabei wird auf das Fell eines Tieres eine Paste aufgetragen - beispielsweise auf die Fledermaus. Tests haben bereits ergeben, dass sich durch die Fellpflege der Impfstoff auf die anderen Tiere überträgt. Auf diese Weise wird zumindest eine Kolonie immunisiert.

Für große Wildpopulationen wird jedoch eine andere Methode angedacht: sogenannte ansteckende Impfstoffe. Dabei wird einem Tier ein veränderter Lebendvirus injiziert, der eine milde Form der Krankheit auslöst und weitreichend verbreitet. Das Problem scheint hierbei noch zu sein, dass sich der verabreichte Virus weiterentwickeln und unkontrollierbare Ausmaße annehmen könnte.

Eines bleibt aber sicher, wie Michael Jarvis, Virologe an der University of Plymouth, meint: "Übertragbare Impfstoffe könnten ein Problem lösen, für das wir bisher keine Lösung hatten. Auch wenn selbst für uns Menschen möglicherweise trotz Impfstoff kein Ende der Pandemie in Sicht ist...

Von Maximilian Vogel
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