Geschmacklos: Unternehmen nutzt Tod von 30 Affen, um Werbung zu machen
© Warith Muhammad Syafrein Effendi / EyeEm@Getty Images

Geschmacklos: Unternehmen nutzt Tod von 30 Affen, um Werbung zu machen

So traurig hat das neue Jahr in diesem Jahrtausend selten begonnen: Bei dem Brand im Krefelder Zoo sterben 30 Tiere - darunter ein Schimpanse, fünf Orang-Utans und zwei Gorillas. Ein Unternehmen nutzt jetzt das Unglück, um Werbung für ihr Produkt zu machen.

Die Nachricht erschüttert ganz Deutschland, wenn nicht sogar ganz Europa: Am Silvesterabend fangen die Affen-Gehege im Krefelder Zoo Feuer und 30 hilflose Tiere verbrennen in ihren Käfigen.

Die Fakten

Zu dem Brand konnte es kommen, da eine mit ihren zwei erwachsenen Töchtern mehrere Himmelslaternen hat steigen lassen. Die drei Frauen haben sich freiwillig bei der Polizei gemeldet, wie diese auf Twitter verkündet:

Himmelslaternen

Himmelslaternen, die ursprünglich aus China stammen, wo sie eine Jahrtausende lange Tradition haben, sind in den meisten Bundesländern nicht erlaubt oder nur nach Absprache mit dem Ordnungsamt unter strengsten Richtlinien erlaubt, wie Focus.de schreibt.

Allerdings ist der Verkauf und der Erwerb dieses Produkts nicht verboten. Und das, obwohl eine Himmelslaterne quasi nur aus Bambus und Papier, manchmal auch aus Seide, besteht und sehr leicht entflammbar ist, wie das jüngste Beispiel auf traurige Weise bestätigt.

NightSkyLantern

Ein britisches Unternehmen stellt diese Himmelslaternen her und sorgt derzeit für einen Aufschrei in den sozialen Medien. In einem Post weisen sie daraufhin, dass man nur Laternen mir hoher Qualität kaufen sollte - wie das eigene.

Werbung, auf Kosten der toten Tiere, über deren Ableben das Unternehmen "tief traurig" sei. Was sie jedoch nicht daran hindert, im gleichen Atemzug Werbung für das eigene Produkt zu machen:

User sind entrüstet und werfen dem Unternehmen mangelndes Taktgefühl vor, Martin de S twittert zum Beispiel:

Kauft unser Produkt, um an den unnötigen Tod von 30 [Affen] zu gedenken, die durch unser Produkt gestorben sind.‘ Willkommen Marketing 2020, wo kein Tiefpunkt zu niedrig ist und Taktgefühl nicht existiert.

Die tragischen Ereignisse haben europaweit eine Diskussion entfacht - nicht nur über ein Verkaufsverbot von Himmelslaternen, sondern generell über das Zünden von Feuerwerk Silvester. Denn Tiere leiden unter dem plötzlichen und lauten Lärm, den die Böllerei an Silvester verursacht.

Auch zahlreiche Promis beziehen Stellung - während die einen es nicht einsehen, auf das Feuerwerk am Neujahrsabend zu verzichten, wollen andere nichts mehr mit ihren Fans zu tun haben, wenn diese weiterhin auf das Böllern bestehen. Wie steht ihr dazu?

Sarah Kirsch
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