Haben wir den Deutschen Schäferhund krank gezüchtet?

Haben wir den Deutschen Schäferhund krank gezüchtet?

Der Deutsche Schäferhund ist nicht der Hund, der er einmal war. Wir haben ihn hoffnungslos überzüchtet und letzten Endes „krank“ gezüchtet. Überzüchtung und Inzucht haben schon immer zu Exzessen geführt. Haben wir den Deutschen Schäferhund zum Pflegefall gezüchtet? Seine ursprüngliche Aufgabe war es, wie sein Name schon sagt, Schafe zu hüten und zu bewachen. Heutzutage wird er oft als Begleit- und Schmusehund gehalten. Und dann soll er auch noch bei Ausstellungen gut abschneiden.   

Die Nachfrage will es so

Der Deutsche Schäferhund ist heute kein Arbeitshund mehr. Ausdauer zählt nicht mehr zu den Hauptanforderungen an seine Rasse. Und er wäre auch gar nicht mehr fähig dazu.  

Nur wenige Liebhaber der alten deutschen Hunderasse züchten heute noch den etwas gedrungeneren, massigeren und kleineren rustikalen Deutschen Schäferhund, so wie er früher einmal war. Ansonsten ist der Deutsche Schäferhund eher zu einem Familienhund und einem reinen Ausstellungshund für weniger aktive und sesshaftere Halter geworden, die keinen Arbeitshund mehr brauchen.   

Er hat nur noch den Ruf eines Wachhunds. Für alle, die sich noch einen Hund zur Abschreckung halten. Was ihm bleibt, ist seine Treue. Doch jahrzehntelanges Überzüchten haben ihm zugunsten der heute von ihm erwarteten Physionomie stark zugesetzt.

Heute wird von ihm eine nach hinten abfallende Rückenlinie erwartet. Doch gerade die ist oft für Störungen seines Bewegungsapparats verantwortlich.

Zum Pflegefall gezüchtet

Die durch Überzüchtung erzielte Übertypisierung bestimmter Merkmale, wie die heute oft zu stark abfallende Rückenlinie, ist dafür verantwortlich, dass diese Hunderasse mehr und mehr an vererbbarer Hüftdysplasie leidet. Von der Seite betrachtet, fallen die unnatürliche Stellung der Hüftgelenkspfanne und die Überwinkelung der Hinterhand gleich ins Auge.

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Natürlich steht ein ganzes Arsenal an Therapien und Schmerzmitteln zur Verfügung, um dem abzuhelfen. Notfalls auch mit chirurgischen Eingriffen. Doch ist das der Sinn der Sache? Geht es mit der Überzüchtung so weiter, stellt sich die Frage, ob wir den Deutschen Schäferhund nicht zum Pflegefall gezüchtet haben. Und wie soll es dann mit ihm in Zukunft aussehen?

Tritt in den kommenden Generationen keine Besserung ein, wird bald niemand mehr so einen Hund haben wollen. Ist nun etwa das Ende dieser Pseudo-Rasse in Sicht? Oder machen wir den Deutschen Schäferhund bis 2050 noch zum Zweibeiner?

• Zoe Klaus
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