Haustiere helfen uns durch die Pandemie – selbst wenn sie das stresst
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Haustiere helfen uns durch die Pandemie – selbst wenn sie das stresst

Von Lisa Fehrs

Weiterhin hat uns Corona fest im Griff und damit ist auch ein Ende des Lockdowns erstmal nicht in Sicht. Viele Menschen harren nun mehr oder weniger alleine aus. Doch Haustiere bieten hierbei eine riesengroße Unterstützung. Dabei kann es allerdings sein, dass sie selbst ebenfalls unter der Situation leiden...

Viele Haustierbesitzer sind gerade während dieser schwierigen Zeit froh, einen tierischen Freund an der Seite zu wissen, denn Haustiere können gerade jetzt eine enorme Unterstützung sein. Und diese Wertschätzung des tierischen Begleiters lässt sich sogar statistisch erfassen: Demnach wächst die Nachfrage nach Haustieren weltweit extrem - allein in den USA stieg die Zahl der Pflegetiere in Haushalten im September 2020 um 8 Prozent an.

Forscher führen Studien in Spanien, Großbritannien und Israel durch

Ein Haustier zu halten bietet mehrere gesundheitliche Vorteile, wie etwa Blutdrucksenkung oder Stressreduzierung. Doch wie sieht eigentlich die Beziehung zwischen den Haustierhaltern und ihren Tieren während der Lockdownphasen aus?

Um das herauszufinden, führen Forscher in Spanien, Israel und Großbritannien Online-Umfragen unter Haustierhaltern durch. Ihre Studien ergeben, dass unsere tierischen Begleiter insgesamt für zusätzlichen Trost gesorgt haben.

Studien zeigen Verhaltensveränderungen von Haustieren auf

Das ist jedoch nicht alles: Wie die Studien ebenfalls zeigen, sorgen sich viele Haustierbesitzer aufgrund der pandemischen Beschränkungen um das Wohlbefinden ihrer Lieblinge. Und das zu Recht: Einige Haustiere zeigen Anzeichen von Stress - wie etwa vermehrtes Bellen, Angst vor lauten oder plötzlichen Geräuschen und Unruhe, wenn sie allein zu Hause sind.

Emily McCobb, klinische Professorin an der Cummings School of Veterinary Medicine der Tufts University war zwar an keiner dieser Studien beteiligt, bestätigt die Ergebnisse allerdings durch ihre eigenen Erfahrungen: "Sie sind dem sehr ähnlich, was wir hier (in den USA) zu hören bekommen, zumindest anekdotisch." McCobb führt aus:

Die Menschen adoptieren immer mehr Haustiere. Und sie finden, dass ihre Tiere ihnen dabei helfen, mit der Isolation umzugehen. In meiner Tierarztpraxis sehen wir, dass bei Tieren, die Verhaltensprobleme hatten, diese anscheinend schlimmer werden.

Und genau das könne zu weiteren Schwierigkeiten führen, wie laut der Befragung klar wird, denn so sei problematisches Verhalten wie beispielsweise übermäßiges Bellen einer der Gründe, warum Menschen ihre Haustiere wieder abgeben.

Trotz der Probleme größtenteils Wohlbefinden

Allerdings plane die Mehrheit der israelischen Befragten, auch diejenigen, die das Gefühl hatten, dass ihre Lebensqualität abgenommen habe, nicht, ihre Haustiere wieder aufzugeben. Die Studie wurde im November 2020 in der Fachzeitschrift Humanities and Social Sciences Communications veröffentlicht.

Trotz der Ergebnisse der spanischen Studie, die bei einigen Haustieren vermehrte Verhaltensprobleme feststellte, sagt Jon Bowen vom Royal Veterinary College in London, dass die Daten aus mehreren Ländern darauf hindeuten, dass es unseren Haustieren größtenteils gut gehe.

Mit Blick auf die Zukunft sagt McCobb: "Es wäre schön, wenn wir prüfen könnten, ob wir einige der Änderungen, die wir aufgrund der Pandemie einführen mussten, nicht beibehalten könnten". Damit sei beispielsweise das Mittagessen zu Hause zu essen oder öfter mit unseren Hunden spazieren zu gehen gemeint. Und weiter: "Es gibt kaum gute Dinge (an der Pandemie). Also müssen wir diese wenigen guten behalten, wenn wir können."

Eine Bindung fürs Leben

Denkst du auch darüber nach einen Vierbeiner zu adoptieren? Dann nehme dir bitte ausreichend Zeit für diese wichtige Entscheidung und wäge ab, welches Tier am besten zu dir und deinem Lebenswandel passt. Schließlich wird dein neuer Freund dich im besten Fall noch für eine sehr lange Zeit begleiten. Sehe außerdem bitte von einem Kauf bei einem Züchter oder in einer Zoohandlung ab.


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