Haustiere: Hier lauern versteckte Gefahren in der Adventszeit
Haustiere: Hier lauern versteckte Gefahren in der Adventszeit
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Haustiere: Hier lauern versteckte Gefahren in der Adventszeit

Von Lisa Fehrs

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt... dass die gemütliche Vorweihnachtszeit aber durchaus auch einige Gefahren für unsere Vierbeiner mit sich bringt, ist vielen Tierhaltern nicht bewusst.

Draußen wird es ungemütlich, da versüßt sich unsereins die Adventszeit im eigenen Heim gerne mittels weihnachtlicher Deko und schmackhaften Knabbereien. Vor allem aktuell während dem Teil-Lockdown verbringen wir viel Zeit zu Hause und so gewinnt die festliche Gemütlichkeit noch mehr an Bedeutung.

Gefahr im Verzug

Doch dadurch lauern dieses Jahr noch mehr Gefahren für unsere Fellnasen als ohnehin schon. Vorsicht ist geboten, sonst könnte es in der Weihnachtsidylle zu bösen Überraschungen kommen. Worauf Du jetzt verstärkt achten solltest, um dein Haustier zu schützen, erfährst Du hier.

Advent, Advent, der Waldi brennt

Neben dem Adventskranz schmücken viele Deutsche auch darüber hinaus das Heim mit einzelnen Kerzen um sich in festliche Stimmung zu bringen. Dabei stellen sowohl die Kerzenflammen als auch das Kerzenwachs eine Gefahr für Hund und Katze dar. Denn häufig verbrennen sich die Tiere daran, wenn sie an Tischen und Deko vorbeitrippeln.

Doch auch ein kleines Schläfchen unterhalb einer Kerze kann schon ausreichen, damit sich das Tier verbrennt. Sollte nur etwas Kerzenwachs heruntertropfen, ist das Gewinsel groß. Denn diese Art von Verbrennung ist bereits sehr schmerzhaft für unsere Vierbeiner. Im schlimmsten Fall kann es außerdem zu ganzen Hausbränden kommen. Daher sollte, wenn möglich, auf LED-Kerzen ausgewichen werden.

Giftige Gewächse

Neben dem leuchtend rotem Weihnachtsstern, zählen auch Mistelzweige oder die Amaryllis zu typischen Dekopflanzen in der Adventszeit. Alle drei Pflanzen sind jedoch sowohl für Hunde, Katzen als auch Kleintiere höchst giftig.

Sie brauchen keinen Mistelzweig, um ihrer Katze einen Kuss zu geben sdominick @ Getty Images

So kann der Verzehr von Weihnachtsstern zu Reaktionen von heftigen Verdauungsproblemen über Lähmungen und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Tod führen. Misteln können ebenso tödlich sein und eine Vergiftung kann sich in Magen-Darm-Beschwerden als auch in Muskelzucken äußern. Eine Vergiftung mit Amaryllis führt zu Herzrhythmusstörungen, die möglicherweise einen Herzstillstand verursachen.

Anders als Wildtiere, haben Haustiere keinen natürlichen Instinkt, der sie davon abhält für sie giftige Pflanzen zu beknabbern. Vor allem bei noch jungen und somit neugierigen Tieren als auch bei gelangweilten Stubentigern sollte auf diese gefährlichen Pflanzen verzichtet werden.

O Pannenbaum!

Aus Papier, Stroh, Filz oder Wolle lässt sich ganz einfach katzensicherer Baumschmuck basteln  Danielle Donders @ Getty Images

Doch auch vom Weihnachtsbaum geht eine Gefahr für Vierbeiner aus. Denn während er als Kratzbaum ein gutes Wellness-Angebot für Katzen ist, kann das Zerbrechen einer Christbaumkugel zu ernsten Schnittwunden führen. Verschluckte Nadeln können im Hals steckenbleiben und schlimmstenfalls die Magen- oder Darmschleimhaut durchstechen. Und sogar im Weihnachtsbaumständer lauert Gefahr, da sich Harze und andere für Tiere gefährliche Stoffe im darin enthaltenem Wasser lösen. Es gibt viele kreative Möglichkeiten, um deinen Weihnachtsbaum haustierfreundlich zu gestalten.

Es glitzert so schön

Das glitzernde Lametta zieht Katzen geradezu magisch an. Denn neben dem optischen Reiz, bewegt er sich auch noch so schön im Luftstrom und erweckt somit den Jagdinstinkt unserer Schmusetiger. Das perfekte Spielzeug! Ein Verschlucken der Lametta-Fäden führt jedoch sehr oft zu einem kurzfristigen Darmverschluss mit anschließendem Darmriss. In einem solchen Fall hilft nur noch eine sofortige Operation.

Kulinarische Gefahren

Leider vergiften sich noch immer viele Tiere mit Schokolade  WebSubstance @ Getty Images

Doch auch Schokolade ist gefährlich für unsere Vierbeiner. Der Wirkstoff Theobromin sorgt bei ihnen für einen Anstieg der Herzfrequenz, der auch tödlich enden kann. Bei einer schwachen Vergiftung kommt es meist nur zu Erbrechen und Durchfall. Vor allem dunkle Schokolade ist sehr gefährlich, da hier mehr Wirkstoff enthalten ist. Noch schlimmer kommt es, wenn der Vierbeiner alkoholhaltige Schokolade zu sich nimmt. Denn hier sorgt der Alkohol für einen noch langsameren Abbau des Giftstoffes.

Pfoten weg von Nüssen

Gesundheitsschädlich sind außerdem auch diverse Nusssorten. Hierzu zählen Muskatnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse sowie Bittermandeln. Die scharfen Schalenstücke stellen verschluckt zudem eine große Gefahr für Magen und Darm dar. Das Aufstellen sollte daher unbedingt außer Reichweite der Heimtiere erfolgen und man sollte sie allgemein nicht offen herumliegen lassen.

Vorsicht, heiß!

Doch auch das beliebte Fondue oder Raclette ist höchstgefährlich für unsere Vierbeiner. Denn die leckeren Düfte lassen auch unseren tierischen Gefährten das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auf dem Weg zur Beute droht jedoch die hocherhitzte Raclette-Platte bzw. das heiße Fonduefett ihre Pfoten zu verbrennen. Daher sollte man den geliebten Vierbeinern bei solchen Festschmausen unbedingt den Zutritt in das Esszimmer verwehren.

Jährlich kommt es in der Adventszeit zu für Tieren verhängnisvollen bis tödlichen Unfällen in den eigenen vier Wänden. Noch dazu sind gerade in dieser Zeit viele Tierarztpraxen geschlossen. Falls es bei Dir zu einem Notfall kommt, informiere dich umgehend über den zuständigen Notfalldienst oder kontaktiere eine nahegelegene Tierklinik. Bitte nimm Dir diese Tipps zu Herzen. Nur so wird Weihnachten auch für deine Fellnase zu einer der schönsten und besinnlichsten Zeiten des Jahres.


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