Hunde leiden schon seit Jahrtausenden an sexuell übertragbarem Krebs

Hunde leiden schon seit Jahrtausenden an sexuell übertragbarem Krebs

Ein Forscherteam hat es geschafft, der Geschichte der Ausbreitung von Tumoren bei Hunden, den sogenannten canine transmissible venereal tumors, auf den Grund zu gehen. Diese reicht mehrere Jahrtausende zurück.

Die canine transmissible venereal tumors (CTVT), die im Deutschen auch als Sticker-Sarkome bekannt sind, sind infektiöse Tumore bei Hunden. Sie entstehen dadurch, dass auf sexuellem Weg Krebszellen übertragen werden. Dies führt zu blutigen Geschwülsten, vor allem an den Geschlechtsorganen, am After und an der Schnauze. Auch dieser Hund hat einen riesigen Tumor.

LUM3N / PixabayDiese Krebszellen sind sexuell übertragbar und reichen weit in der Geschichte zurück.

Untersuchung von 546 Tumoren

Das Forscherteam um Elizabeth Murchison von der Universität Cambridge (Großbritannien) hat dabei eine wichtige Entdeckung gemacht, die sie in der Fachzeitung Science veröffentlicht. Sie haben die Ausbreitung dieser Krankheit im Laufe der Jahrtausende erforscht und dafür das Erbgut von 546 Hunde-Tumoren untersucht.

Dabei kommt heraus, dass die Krebszellen schon vor etwa 8.000 bis 4.500 Jahren in Asien existiert haben. Die Krebszellen breiten sich dann bis nach Indien und das westliche Asien aus und seit 500 Jahren gibt es diese besagten Krebszellen auch in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Australien und auf vielen Inseln. Durch die aufkommende Reiselust in den letzten Jahrhunderten wird die Krankheit noch schneller übertragen.

Krebszellen entkoppeln sich

Die Krebszellen entkoppeln sich von den anderen Zellen im Körper des Hundes und haben ihre eigene Entwicklungsgeschichte. Vor allem zu Beginn verändern sich die Krebszellen schnell und stark. Nur ein Zehntel der Gene bleibt bestehen, der Rest wird umgeschrieben, verändert und gekürzt.

Drei Viertel der Gene beinhalten Mutationen und bei den Eiweißstoffen werden mehrere Bausteine ausgewechselt. Das Zehntel, das gleich geblieben ist, brauchen die Tumorzellen zum Überleben und zur Verbreitung. Die Zellen fangen genau wie bei menschlichen Tumoren unkontrolliert an zu wachsen.

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Keinen Einfluss auf Überleben und Fruchtbarkeit

Laut den Forschern in der Fachzeitschrift haben sich die Krebszellen nahezu vollständig von der Evolution entkoppelt. Es entstehen immer mehr Mutationen, aber die Fitness bleibt die gleiche. Das bedeutet, dass auf das Sticker-Sarkom keine natürliche Selektion einwirkt. Das wiederum deutet darauf hin, dass die Tumore das Überleben und die Fruchtbarkeit der Hunde nicht beeinflusst. Andere Hunde haben jedoch eine Tierärztin, die sie mit einer origineller Idee vor dem Tod rettet.

Maximilian Vogel
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