Ili-Pfeifhase: Seltenes Exemplar in China gefilmt
Ili-Pfeifhase: Seltenes Exemplar in China gefilmt
Ili-Pfeifhase: Seltenes Exemplar in China gefilmt
Weiterlesen

Ili-Pfeifhase: Seltenes Exemplar in China gefilmt

Zum ersten Mal ist es einem Team freiwilliger Helfer unter der Leitung eines chinesischen Forschers gelungen, Videoaufnahmen von einem erstaunlich kleinen und scheuen Säugetier zu machen. Das niedliche kleine Tier ist äußerst selten und heute vom Aussterben bedroht. Das Video zeigt die spektakulären Aufnahmen.

Der Ili-Pfeifhase ist eines der seltensten und nur sehr schwer vor die Kamera zu bekommenden Säugetiere. Dennoch ist es einem Team freiwilliger Helfer unter der Leitung des chinesischen Forschers Li Weidong vom Institut für Ökologie und Geographie in Xinjiang gelungen, ein paar Video-Aufnahmen von dem scheuen Tierchen zu machen. Der Biologe Li Weidong war schon der erste, der es 1983 am Jilimalale entdeckte.

Der nur 20 cm große Ili-Pfeifhase ist im Tian-Shan-Gebirge im Nordwesten Chinas beheimatet. Wie seine nordamerikanischen Vettern lebt er auf Geröllhalden an Felswänden und Steilhängen in 2.800 bis 4.000 Metern Höhe, was seine Beobachtung natürlich nicht gerade erleichtert. Doch davon ließen sich Li Weidong und sein Team, denen es schon einmal gelungen war, Aufnahmen von ihm zu machen, nicht entmutigen.

2014 stellten sie mehrere Kamerafallen an Stellen auf, an denen sich der Ila-Pfeifhase gerne aufhält. So gelang es ihnen damals schon, ein braun-rotes Exemplar des scheuen Tieres auf einem Felsen zu fotografieren. Jetzt ist es ihnen gelungen, diesmal mit Infrarotkameras, einmalige Videoaufnahmen zu machen, sogar in seinem Bau.

Ein geisterhaftes Tier

Eigentlich wissen wir reichlich wenig über diese niedliche kleine Kreatur, die aussieht, als käme sie direkt aus einem Manga. Das an ein Plüschtier erinnernde Hasentierchen soll entfernt mit dem Kaninchen verwandt sein. Daher auch die Bezeichnung „magisches Kaninchen“ oder „Teddybärhase“. Seit seiner Entdeckung vor 35 Jahren ist seine Anzahl stark zurückgegangen. Von damals geschätzten 2.900 Exemplaren sollen heute weniger als tausend Art übrig bleiben. Tatsächlich jedoch konnten nur 29 Exemplare gesichtet werden.

Nach Li Weidong soll dieser Rückgang der Art durch die Schneeschmelze und den Klimawandel bedingt sein. Dazu kommen die vielen Schäferhunde der Herdenbesitzer, die eine direkte Bedrohung für das kleine Tierchen darstellen. Der Ili-Pfeifhase ist ein Pflanzenfresser und ernährt sich hauptsächlich von Gräsern und Gebirgspflanzen. Er lebt allein oder in kleinen Gruppen. Eine Verständigung der Artgenossen bei Gefahr ist demnach sehr beschränkt.

Seit 2008 steht er auf der roten Liste bedrohter Tierarten der Weltnaturschutzunion (UICN). Li Weidong spricht sich für die Kreation einer Schutzzone um seine Behausung aus. Er erhofft sich davon, das Tierchen innerhalb der nächsten zehn bis zwanzig Jahre noch einmal beobachten zu können.

Von der Redaktion

Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen