In Großbritannien wird eine grausame Tradition weiter ausgeführt, obwohl sie verboten ist

In Großbritannien wird eine grausame Tradition weiter ausgeführt, obwohl sie verboten ist

Der 26. Dezember ist in Großbritannien ein populärer Feiertag: der Boxing Day. An diesem Tag werden unter anderem Wettkämpfe wie Fußballspiele und Pferderennen ausgetragen. Es wird in geselligen Runden mit Freunden gefeiert. Doch leider findet – trotzdem es in Großbritannien verboten ist – auch eine barbarische aber traditionsreiche Prozedur statt.

 Am 26. Dezember, bei uns dem zweiten Weihnachtsfeiertag, wird in Großbritannien der Boxing Day gefeiert. Der Geschenkschachtel-Tag hat nichts mit Boxen zu tun. Auch wenn an diesem Tag viele sportlichen Wettkämpfe ausgetragen werden. Es ist ursprünglich ein Tag, an dem Arbeitnehmer, Personal und Bedienstete von ihrem Arbeitgeber oder Dienstherrn eine Christmas Box bekommen und Kollekten an Bedürftige verteilt werden.  

Jagd auf den Rotfuchs 

An diesem Feiertag werden in Großbritannien traditionsgemäß spezielle Spiele und Wettkämpfe ausgetragen und es herrscht in den Stadien eine ganz besondere Atmosphäre, mit der gewissermaßen die Zuschauer beschenkt werden. Doch in den gehobeneren Kreisen ist der Boxing Day vor allem eine willkommene Gelegenheit, Fuchsjagden zu veranstalten.

Nicht weniger als 53 legale Fuchsrennen sind für diesen Tag landesweit vorgesehen. In Wirklichkeit sind es wahrscheinlich noch weitaus mehr Jagdpartien, die inoffiziell auf dem Land stattfinden.

Spurenjagen?

Auch wenn in England und Wales die Treib- oder Hetzjagd mit Hunden seit dem Hunting Act von November 2004 offiziell verboten ist, so sind Fuchsrennen, bei denen die Teilnehmer an der sogenannten Spurenjagd beritten und mit Hundemeute eine Fährte verfolgen, immer noch legal.   

Beim Trail Hunting, dem Spurenjagen, wird von Menschen eine Fuchsurinspur gelegt, der die Hundemeute und die berittenen Jäger dann folgen.

Normalerweise dürfte dabei kein Tier zu Schaden kommen oder getötet werden. Bei dieser Jagd geht es theoretisch nur darum, der Fährte zu folgen.

Doch dem ist leider nicht so.

Illegales Jagen 

Tierschützer und Tierschutzorganisationen beklagen, dass bei dem hauptsächlich am Boxing Day praktizierten Spurenjagen weiterhin zahlreiche Füchse gejagt und getötet werden.  

Trotz dem in Großbritannien geltendem Jagdverbot sollen bei den ganz legal organisierten Fuchsrennen und dem Fährtenjagen noch immer unzählige Füchse, sowie Rotwild und Hasen den Hundemeuten und Jägern zum Opfer fallen. Sie werden nach Aussagen der Tierschützer weiterhin bis zur Erschöpfung gehetzt und oft von der Meute zerfleischt.

Wachsende Unruhe 

Angesichts der wachsenden Unruhe der Tierschutzorganisationen und der britischen Bevölkerung, die einer neueren Umfrage nach zu 85 Prozent gegen die Hetzjagd ist, will die Labor Party, sollte sie wieder an die Macht kommen, den 2004 erlassenen Hunting Act verschärfen und das Jagdverbot strenger überwachen. Es gibt offensichtlich zu viele Gesetzeslücken, die ermöglichen das Jagdverbot in bestimmten Situationen zu umgehen.

Tatsächlich hat ein solcher Fall 2017 in Macclesfield Furore gemacht und für heftige Polemik in Großbritannien gesorgt.

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Die Polizei von Cheshire sah sich dort mit einer Krisensituation konfrontiert, nachdem so ein armer Fuchs von den Rotjacken bis in die Straßen der Gemeinde gehetzt worden war.

Gesetzeslücken

Leider sehen die Behörden gerne weg und Anzeigen werden kaum verfolgt. Trotz Jagdverbot treiben die berittenen Fuchsjäger in Großbritannien weiterhin ihr Unwesen. Sie nutzen geschickt die Gesetzeslücken aus. Und sollte es trotzdem einmal zu Anklagen kommen, werden diese kaum weiterverfolgt und nur selten bestraft.

Sue Hayman, die Staatssekretärin im Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten schließt ein neues Gesetz zur Verschärfung des derzeit geltenden Jagdverbots nicht aus. Doch wie es in England so schön heißt: Wait and see! 

• Zoe Klaus
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