Mysteriöses Tiersterben: Hunderte Elefanten sterben in Botsuana auf ungeklärte Weise

Mehr als 350 Elefanten wurden nach einem mysteriösen Massensterben tot aufgefunden. Die Ursache für den Tod der Tiere ist bisher noch völlig unklar, doch Wissenschaftler sprechen schon jetzt von einer Naturschutzkatastrophe.

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Seit Anfang Mai sterben in Botsuana Hunderte Elefanten und der Grund dafür stellt die Wissenschaft vor ein riesiges Rätsel. Allein im Mai starben 169 Elefanten auf ungeklärte Weise und mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer auf über 350 gestiegen, was die Wissenschaft zunehmend beunruhigt, denn sie können einfach keinen Grund für die Vorfälle erkennen.

Trinkwasser als Ursache?

Lokale Quellen weisen darauf hin, dass 70 % der Todesfälle in der Nähe eines Wasserlochs aufgetreten sind, was darauf schließen lässt, dass irgendwas im Wasser schuld an dem Massensterben sein muss. Doch wenn dem so ist, warum sterben dann nicht auch andere Tiere?

Niall McCann, der Leiter der britischen gemeinnützigen Organisation National Park Rescue, erklärt gegenüber dem Guardian:

Ein Massensterben dieses Ausmaßes hat es seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr gegeben. Außerhalb von Dürrezeiten ist mir kein Massensterben dieses Ausmaßes bekannt.

Kritik an der Regierung, weil sie nicht handelt

Während die Wissenschaftler vor einem großen Rätsel stehen, was das Massensterben anbelangt, hat die Regierung von Botsuana keine weiteren Informationen bekannt gegeben und erklärt, dass die Nachforschungen aufgrund des Coronavirus unterbrochen werden mussten. Außerdem sei nicht klar, ob die Todesursache der Elefanten nicht auch für Menschen gefährlich sein könnte.

Manche gehen jedoch davon aus, dass die Elefanten vergiftet worden sein könnten, und kritisieren, dass die Kadaver noch immer nicht untersucht wurden, wie McCann erklärt:

Wenn wir ein Massensterben von Elefanten nahe den Behausungen von Menschen haben – zu einer Zeit, in der Krankheiten von Wildtieren in aller Munde sind – scheint es ungewöhnlich, dass die Regierung noch keine Proben in ein angesehenes Labor geschickt hat.

Ein Massensterben mit neurologischen Ursachen?

Andere wiederum glauben, dass dem Massensterben neurologische Probleme zugrunde liegen, da einige Elefanten vor ihrem Tod dabei beobachtet wurden, wie sie sich im Kreis drehten und anschließend auf ihr Gesicht fielen:

Wenn man sich die Kadaver ansieht, sind einige der Elefanten direkt aufs Gesicht gefallen. Das spricht dafür, dass sie sehr schnell gestorben sind. Andere wiederum sind langsamer gestorben, so wie diejenigen, die immer wieder in Kreisen herumliefen. Es ist sehr schwierig, herauszufinden, welches Gift dahintersteckt.

Von dem Massensterben scheinen keine Elefanten einer bestimmten Größe oder eines bestimmten Alters betroffen zu sein, sondern es kann offensichtlich jedes Tier treffen. Die Tiere, die bisher überlebt haben, wirken ausgelaugt und schwach, als wüssten sie, dass auch sie bald sterben müssen.

Werden die Elefanten von einer Epidemie heimgesucht?

Wilderer haben in der Vergangenheit gerne zu Gift gegriffen, da es eine einfache Möglichkeit ist, Elefanten zu töten, doch es wurden bisher keine toten Aasfresser oder andere Tiere in der Nähe der Elefanten gefunden, die Geier weisen kein ungewöhnliches Verhalten auf und die Elefanten haben noch ihre Stoßzähne, was darauf schließen lässt, dass ihr Tod kein menschliches Verschulden zur Ursache hat. McCann erklärt:

Es gab bisher kein vergleichbares natürliches Phänomen, doch ohne anständige Untersuchungen werden wir es nie erfahren.

Vielleicht leiden die Elefanten von Botsuana an ihrer eigenen Epidemie, von der wir noch nichts wissen.